Immer weniger Wasser, Freizeitparadies in Gefahr: Trocknet der Leubener Kiessee aus?

Dresden - Geht es nach dem Stadtrat und vielen Dresdnern, wird das Baden im Kiessee Leuben so bald wie möglich legalisiert. Doch jetzt schlägt der Besitzer der Wasserskianlage vor Ort Alarm: Im See ist immer weniger Wasser!

Sobald es warm wird, lockt der Kiessee Leuben Hunderte Dresdner an. Im Sommer wird (noch illegal) gebadet.
Sobald es warm wird, lockt der Kiessee Leuben Hunderte Dresdner an. Im Sommer wird (noch illegal) gebadet.  © Lutz Hentschel

Knapp 30 Zentimeter verdunsten jedes Jahr. Ein Rettungsplan bleibt unbeachtet. Martin Riedel (47) gehört der Leubener Kiessee samt Wasserskianlage.

"Ich bin fast jeden Tag vor Ort. Ich erkenne jede neue Stufe, die plötzlich frei liegt. Im Sommer verschwindet so viel Wasser, man denkt, jemand habe den Stöpsel gezogen", so Riedel.

Hintergrund: Der See ist künstlich geschaffen und nicht über Zu- und Abläufe reguliert. Vor allem in den letzten Hitzesommern verdunstete sehr viel des bis zu 29 Grad warmen Wassers - pro Tag laut Martin Riedel knappe drei Zentimeter.

Das hat zwar kaum Auswirkungen auf den Betrieb der Wassersportanlage, wohl aber auf die geplante öffentliche Badestelle. "Dort gibt es bereits einen feinen und flachen Einstieg aus Sand und Kies.

Doch dort ist jetzt kein Wasser mehr. Direkt unter Wasser liegen nun jedoch grobe Steine, es besteht Verletzungsgefahr", sagt Stadträtin Kristin Sturm (34, SPD).

Auf ihre Initiative hin hatte der Rat Ende 2019 die Badestelle auf den Weg gebracht. Eine schnelle und günstige Lösung wäre denkbar. Knapp zehn Meter neben dem See verläuft der Niedersedlitzer Flutgraben. Der führt teilweise Wasser. Zudem könnte die Lockwitz per vorhandener Schleuse umgeleitet werden. Fehlt nur ein Rohr in den Kiessee.

Kiessee-Eigentümer Martin Riedel (47) zeigt den eigentlichen Wasserstand.
Kiessee-Eigentümer Martin Riedel (47) zeigt den eigentlichen Wasserstand.  © Lutz Hentschel
Martin Riedel erklärt SPD-Rätin Kristin Sturm (34) seinen Plan zur Rettung des Sees.
Martin Riedel erklärt SPD-Rätin Kristin Sturm (34) seinen Plan zur Rettung des Sees.  © Lutz Hentschel

Riedel würde sein Land dafür zur Verfügung stellen. Die Idee ist laut Landestalsperrenverwaltung eine "interessante Überlegung", die weiter verfolgt werden sollte. Das Dresdner Rathaus hält sich dagegen bedeckt: "Eine solche Maßnahme der öffentlichen Hand käme nur in Betracht, wenn sich ein überwiegender wasserwirtschaftlicher Nutzen ergeben würde."

"Die Stadt blockiert klassisch. So eine Verbindung kann doch kein Akt sein. Wir wollen das Umweltamt beauftragen, die Planung zu starten", so Rätin Kristin Sturm.

Titelfoto: Lutz Hentschel

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