Königlicher Besuch in Dresden: Dieser Roboter zieht alle Blicke auf sich

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Dresden - Ludwig II. lebt - zumindest ein bisschen. Mit Krone, königlichem Umhang und einer ordentlichen Portion majestätischer Sprüche sorgt der humanoide Roboter in Dresden für Aufsehen. Eine Hommage an den einst berühmten bayerischen Märchenkönig soll die Figur allerdings nicht sein. TAG24 sprach mit dem Team hinter dem metallischen Monarchen.

Ludwig II. von Robotollern besucht Dresden - und liefert sich ein Wettrennen mit Lijan (9).
Ludwig II. von Robotollern besucht Dresden - und liefert sich ein Wettrennen mit Lijan (9).  © Steffen Füssel

Wer ihm begegnet, bleibt meist stehen. Genau das war zuletzt auch in Dresden zu beobachten. Der humanoide Roboter "Ludwig II." sorgte bei seinen Auftritten am Freitag und Samstag in der Dresdner Altstadt sowie bei der 16. Schlössernacht für großes Interesse.

Kaum war der ungewöhnliche König aufgetaucht, blieben zahlreiche Passanten stehen, zückten ihre Handys und verfolgten neugierig den Auftritt des rund 1,30 Meter großen humanoiden Roboters.

Hinter der Figur steckt jedoch mehr als nur moderne Technik. Die Entwickler wollten bewusst keinen gewöhnlichen Roboter erschaffen.

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"Humanoide Roboter gibt es heute in großer Zahl, doch wir wollten etwas Besonderes schaffen - kein bloßes 'Stück Blech', sondern eine nahezu vollwertige Persönlichkeit, die auf interessante Weise mit der modernen Welt, mit Deutschland und mit den Menschen interagiert", so der Geschäftsführer von Robotollern im Gespräch mit TAG24.

Seinen eigenen Namen möchte er dabei bewusst nicht in den Mittelpunkt stellen - die Aufmerksamkeit soll Ludwig gelten, seiner Persönlichkeit und der Geschichte, die er als eigenständige Figur erzählt.

Möglich wird dies durch ein komplexes Zusammenspiel aus Prompts (KI-Anweisungen), Algorithmen und Programmierung. Dadurch kann Ludwig nicht nur auf Fragen reagieren, sondern Gespräche führen und mit Menschen auf eine eigene Art interagieren.

Der königliche Besuch sorgte bei Groß und Klein in Dresden für neugierige Blicke.
Der königliche Besuch sorgte bei Groß und Klein in Dresden für neugierige Blicke.  © Steffen Füssel
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Ludwig improvisiert im Gespräch mit Menschen

Ludwig II. bewegt sich eigenständig und kann sogar tanzen.
Ludwig II. bewegt sich eigenständig und kann sogar tanzen.  © Steffen Füssel

Nach Angaben des Teams reagiert Ludwig nicht mit vorgefertigten Antworten. Die Gespräche entstehen stattdessen meist spontan.

"Praktisch der gesamte Content ist Improvisation. Auch wir wissen - von einem groben Rahmen abgesehen - nie im Voraus, was und wie der König antworten wird", erklärt der Unternehmer.

Nur bei gesellschaftlich sensiblen oder polarisierenden Themen greift ein interner Filter ein. "Es ist ein Roboter, der nicht dazu geschaffen wurde, Menschen zu trennen, sondern sie zu verbinden, gute Laune und schöne Emotionen zu schenken", betont das Team.

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Für das Start-up hatte der Auftritt bei der Dresdener Schlössernacht eine besondere Bedeutung - es war "die größte Veranstaltung, an der wir bislang teilgenommen haben", schwärmt der Geschäftsführer.

Er ergänzt: "Mehr als tausend Menschen sahen Ludwig, kamen mit ihm ins Gespräch und machten vielleicht zum ersten Mal die Erfahrung, mit einem Roboter zu interagieren."

Stets mit königlicher Attitüde unterwegs: Ludwig von Robotollern zieht die Blicke der Passanten auf sich.
Stets mit königlicher Attitüde unterwegs: Ludwig von Robotollern zieht die Blicke der Passanten auf sich.  © Steffen Füssel

Mehr als eine bloße Fernbedienung: Hinter Ludwig II. von Robotollern steckt ein ganzes Team

Ludwig II. von Robotollern hat sich inzwischen eine kleine Fangemeinde aufgebaut.
Ludwig II. von Robotollern hat sich inzwischen eine kleine Fangemeinde aufgebaut.  © Steffen Füssel

Der majestätische Roboter mit galanter Königsrobe kann nicht nur durch Deutschlands Innenstädte stolzieren, er ist auch der Hingucker zahlreicher Veranstaltungen. "Jedes Unternehmen kann Ludwig buchen - egal ob Festivals oder Firmenfeiern", erklärte der Geschäftsführer.

Doch hinter dem augenscheinlich kleinen Regenten steckt mehr als eine bloße Fernbedienung. Um die logistischen, technischen sowie organisatorischen Aufgaben rund um den Roboter zu meistern, arbeitet der Unternehmer mit mehreren engagierten Menschen zusammen.

Und wie es scheint, ist der König von Robotollern nicht nur der geborene Herrscher, sondern auch eine Art Robin Hood: "Für die Zukunft haben wir auch den Wunsch, kleinen Unternehmen unter die Arme zu greifen und bei ihrer Vermarktung zu helfen."

Das immense Interesse an seinem königlichen Roboter ist für den Unternehmer alles andere als selbstverständlich. Denn: "Menschen haben längst eine 'Banner-Blindheit' entwickelt - im Jahr 2026 überrascht sie kaum noch etwas". Umso erfreulicher war es für ihn, als Ludwig so viel Zuspruch in der Öffentlichkeit bekam.

So kommt der mechanische Herrscher mit den Leuten auf der Straße ins Gespräch, kommuniziert aufgeweckt oder legt einige flotte Tanzschritte an den Tag. Ziel des Unternehmers sei es, aus dem Roboter einen weltweit bekannten Influencer zu machen.

Vor allem Senioren zeigen sich interessiert - und stellen den Roboter auf die Probe

Ob Jung oder Alt - zahlreiche Passanten und Fans hören "Ihrer Majestät" zu.
Ob Jung oder Alt - zahlreiche Passanten und Fans hören "Ihrer Majestät" zu.  © Fotomontage/Steffen Füssel

"In letzter Zeit waren wir bereits mehrfach innerhalb weniger Wochen in dieser wunderbaren Stadt und planen selbstverständlich, wiederzukommen", hieß es. Neben dem sächsischen Ausflug plane Ludwigs Team zusätzlich, noch weitere Bundesländer zu bereisen.

"Wir möchten möglichst viele Menschen treffen, vor allem jene, die uns in den sozialen Netzwerken schreiben und uns bitten zu kommen."

Während ihrer gesamten Reise quer durchs Land konnte das Team samt Ludwig II. in unzählige interessante Konversationen eintauchen.

Besonders das Aufeinandertreffen mit älteren Leuten sei immer wieder etwas Außergewöhnliches. "Wir freuen uns, dass der Roboter für sie weder Angst noch Schock bedeutet - im Gegenteil, manchmal gehen sie sogar offener auf uns zu als die Jüngeren", betonte der Geschäftsführer.

Erst vor Kurzem sei dem Team etwas ganz Amüsantes zugestoßen: Ein älterer Herr aus Dresden bat Robotollern, Goethe zu zitieren - was er mit Bravour meisterte. Derselbe stellte wenige später die nächste Aufgabe: "Nenne mir die Zahl von Pi!" Ein weiterer besonderer Moment ereignete sich mit einem Straßenmusiker.

"Während eines der Lieder hob er die Hände wie bei einem Konzert und wiegte sie langsam im Takt der ruhigen Melodie."

Die majestätische Maschine entwickelt sich zu einem Star

Nicht nur auf den Straßen sorgt Ludwig II. für ordentlich Aufsehen - auch im Netz geht der Roboter viral.
Nicht nur auf den Straßen sorgt Ludwig II. für ordentlich Aufsehen - auch im Netz geht der Roboter viral.  © Steffen Füssel

In den sozialen Netzwerken sorgt Ludwig inzwischen für reichlich Aufmerksamkeit. Auf Instagram und TikTok hat sich der Roboter eine kleine Fangemeinde aufgebaut und präsentiert sich dort stets mit königlicher Attitüde.

Hinter dem Projekt steckt nach Angaben der Entwickler eine klare Mission: Technik soll nicht als etwas Fremdes oder Beängstigendes wahrgenommen werden, sondern Menschen begeistern und faszinieren.

"Technik ist ein unverzichtbarer Teil der Zukunft, und sie kann nicht beängstigend, sondern im Gegenteil interessant und faszinierend sein", betont der Geschäftsführer von Robotollern.

Alle Informationen zu Ludwig von Robotollern und den Möglichkeiten einer Buchung gibt es auf der Website des Start-ups.

Titelfoto: Bildmontage: Steffen Füssel

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