Gibt's hier auch "private Feiern"? Was die Investoren mit dem Lingnerschloss vorhaben

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Dresden - Stimmt der Stadtrat am 3. September zu, dürfen die Investoren Thomas Bohn (58) und Oliver Kreider (60) das Lingnerschloss bis Ende 2069 im Rahmen einer Erbpacht übernehmen. Die beiden Millionäre reichten nun ihr Konzept im Rathaus ein. Während OB Dirk Hilbert (54, FDP) einen Eigenbetrieb durch die Stadt scheut und von jährlichen Verlusten in Höhe von rund 300.000 Euro ausgeht, wollen die beiden Millionäre ein Plus erwirtschaften, planen auch "private Feiern".

Die Investoren Thomas Bohn (58, r.) und Oliver Kreider (60) haben ihr Konzept fürs Schloss bei der Stadtverwaltung eingereicht.
Die Investoren Thomas Bohn (58, r.) und Oliver Kreider (60) haben ihr Konzept fürs Schloss bei der Stadtverwaltung eingereicht.  © Fotomontage/privat

Das Nutzungskonzept (liegt TAG24 vor) wird aktuell von der Verwaltung geprüft. Auf elf Seiten beschreiben Bohn und Kreider, wie sie sich die Zukunft als Schlossherren vorstellen.

Ziel sei es, das Schloss wieder zu einem lebendigen Ort der Begegnung, Kultur, Wissenschaft und des gesellschaftlichen Austauschs für alle zu machen.

Die Nutzung orientiere sich am Testament Karl August Lingners (1861-1916). Park und Schloss sollen frei zugänglich bleiben, wobei nichts Genaueres zu den Räumlichkeiten genannt wird.

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"Außenanlagen, Terrassen, Grün- und Aufenthaltsbereiche werden als öffentlich nutzbare Kulturlandschaft ausgestaltet und bleiben grundsätzlich täglich für die Allgemeinheit geöffnet", heißt es. Vorgesehen ist etwa ein Skulpturenpark, der durch Sponsoren jährlich 50.000 Euro einbringen soll.

"Sanierung, Instandhaltung und Betrieb werden vollständig privat finanziert", heißt es. Die Investoren wollen für die Sanierung rund zwei Millionen Euro bereitstellen, die Stadt werde nicht belastet.

Die laufenden Kosten sollen aus dem laufenden Betrieb erwirtschaftet werden, "aus Veranstaltungen, gastronomischer Nutzung und kulturellen Angeboten". Der Biergarten soll verpachtet werden, im Hauptgebäude soll es nur noch ein Café mit Lingner-Shop geben.

Die Investoren wollen ab dem dritten Betriebsjahr 200.000 Besucher pro Jahr anlocken und gut 100 Veranstaltungen durchführen, darunter auch zwölf Konzerte.

Neben bewährten Formaten wie dem Kinderkino soll es "Sunset-Konzerte" auf der Dachterrasse oder auch Astro-Abende geben. Führungen des Fördervereins, Vorträge, Ausstellungen und Kongresse sollen Gäste anziehen.

OB Dirk Hilbert (54, FDP).
OB Dirk Hilbert (54, FDP).  © Ove Landgraf
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Der Festsaal des Schlosses soll für Vermietungen und damit auch für "private Feiern" zur Verfügung stehen.
Der Festsaal des Schlosses soll für Vermietungen und damit auch für "private Feiern" zur Verfügung stehen.  © Eric Münch

Bei rein gewerblicher Nutzung: Schloss-Besitzern droht hohe Geldstrafe

Das Konzept gibt Auskunft, was die möglichen künftigen Schlossherren planen.
Das Konzept gibt Auskunft, was die möglichen künftigen Schlossherren planen.  © Norbert Neumann

Neben der öffentlichen und kulturellen Nutzung planen Bohn und Kreider eine "maßvolle Event- und Vermietungsnutzung", private Feiern seien "ergänzend" vorgesehen.

Die Eventnutzung diene der wirtschaftlichen Absicherung des gemeinwohlorientierten Betriebs. Dafür stünden auch der Festsaal, weitere Räumlichkeiten und die Dachplattform zur Verfügung. 35 Vermietungen pro Jahr planen die Millionäre ein.

Insgesamt wollen sie 870 .000 Euro einnehmen, davon 350.000 Euro durch Veranstaltungen, Vermietungen und Kongresse. "Unternehmenspartnerschaften" sollen 200.000 Euro einbringen.

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Unterm Strich soll es einen Jahresüberschuss von 32.000 Euro geben. Dabei rechnen die Investoren mit dem ermäßigten Erbpachtzins (zuletzt gut 33.000 Euro), wie ihn auch der gemeinnützige Förderverein gezahlt hatte.

Wie Hilbert auf eine SPD-Anfrage mitteilte, könnte die Summe geändert werden, wenn das Schloss nicht gemeinnützig, sondern kulturell oder gar gewerblich (dann wären mindestens 234.000 Euro fällig) genutzt würde.

"Eine rein kommerzielle Nutzung des Areals ist durch den bestehenden Erbbaurechtsvertrag ausgeschlossen", so Hilbert. Eine Prüfung der Gemeinnützigkeit sei bislang nicht erfolgt.

Titelfoto: Fotomontage/privat/Ove Landgraf/Norbert Neumann

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