Darum macht dieses Dresdner Kult-Café dicht

Dresden - Café-Liebhaber und Stammgäste müssen nun ganz stark sein: Das beliebte "Schwarzmarkt Café" auf der Hauptstraße in der Äußeren Neustadt wird auch nach der Corona-Zeit nicht mehr öffnen.

Im Schwarzmarkt Café war immer viel los.
Im Schwarzmarkt Café war immer viel los.  © Steffen Füssel

Diese traurige Nachricht verkündete das familiengeführte Kaffeehaus auf seiner Facebook-Seite. "Es ist für uns an der Zeit, 'auf Wiedersehen' zu sagen'", heißt es in dem Beitrag.

"Wir müssen leider mitteilen, dass unser geliebtes Schwarzmarkt Café weiterhin geschlossen bleibt und am gewohnten Ort nicht mehr öffnen wird."

Die genauen Gründe für die Schließung nennt das kultige Café, das auch eine Bäckerei und eine Konditorei führte, nicht. 

Freunde, Stammgäste und Liebhaber des Schwarzmarkt Cafés zeigen sich sichtlich geschockt: "Warum? Ich bin traurig. Ihr gehört doch an diesen Platz", "Eine Ära geht zu Ende...ich hab fast mein halbes Leben dort verbracht..." lauten nur einige der unzähligen Kommentare.

Dennoch gibt es ein Fünkchen Hoffnung: Wie das Café weiter auf seiner Facebook-Seite mitteilt, wird bereits nach einem anderen Standort Ausschau gehalten.

"Wir geben uns allergrößte Mühe, den Charme des Schwarzmarkt Cafés an einem anderen schönen und nahe gelegenen Fleckchen weiterleben zu lassen."

Update, 15.05 Uhr: Unternehmen wird neu strukturiert, Café soll wieder öffnen

Das Schwarzmarkt Café wird auf der Hauptstraße nicht mehr öffnen.
Das Schwarzmarkt Café wird auf der Hauptstraße nicht mehr öffnen.  © Steffen Füssel

Am Nachmittag meldete sich Christian Heintze zu der Angelegenheit zu Wort. Er ist der Insolvenzverwalter der Bäckerei Eisold seit der Insolvenz-Antrag im vergangenen Jahr gestellt wurde (TAG24 berichtete). Das Schwarzmarkt Café ist eins von vier Cafés der Familie Eisold.

Heintze erklärte, dass das Geschäft zum Jahresbeginn sogar so gut gelaufen sei, dass es über dem geplanten Ergebnis lag: "Wir sind mit der Sanierung des Unternehmens gut vorangekommen und übertrafen zum Jahresbeginn die Planzahlen", so der Insolvenzverwalter.

Doch: "Die Auswirkungen der Corona-Pandemie haben Eisold, wie viele andere Unternehmer auch, unvorbereitet getroffen", erklärte Heintze.

In der länger anhaltenden Krise verschärften sich daraufhin die Probleme in der Firma erneut. "Wenn ein Sanierungserfolg wie bei Eisold absehbar ist, muss es auch einen Zugang zu den Corona-Hilfen geben", fordert Heintze deshalb. Aufgrund der Insolvenz ist das Unternehmen jedoch nicht antragsberechtigt.

Der Insolvenzverwalter erklärte auch, wie es um das beliebte Lokal auf der Hauptstraße wirklich steht. "Wir werden das aktuell wegen der Corona-Krise geschlossene Schwarzmarkt Café nicht noch einmal öffnen", sagte der Insolvenzverwalter. Er machte zugleich aber auch Hoffnung. 

So bereite das Unternehmen derzeit alles für einen Umzug im Sommer vor.

Wo das Schwarzmarkt Café im Spätsommer wieder eröffnen kann, steht noch nicht fest. Heintze und die Familie Eisold suchen noch nach neuen Örtlichkeiten.

Titelfoto: Steffen Füssel

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