29. Jüdische Woche startet am Donnerstag: So verflochten sind die Kulturen
Dresden - Wer die Nachrichten verfolgt, weiß, dass derzeit Antisemitismusdebatten größtenteils giftig geführt werden. Um so bedeutsamer, wenn dieser Zwist mit einem Blick auf die reichhaltige jüdische Kultur geöffnet und geweitet wird. Dafür stand und steht die Jüdische Woche Dresden ein. Am Donnerstag beginnt die 29. Ausgabe des Festivals im Societaetstheater als Hauptspielort.
Ausgerichtet wird die Jüdische Woche wie stets vom Verein Jüdische Musik- und Theaterwoche Dresden e. V. Unter dem diesjährigen Motto "Verflochten. Jüdische Gegenwarten in Europa" stehen rund 15 Veranstaltungen auf dem Programm. Festivalzentrum ist nach 2025 zum zweiten Mal das Societaetstheater.
"Wir sind sehr stolz, Gastgeber zu sein", sagt Stephan Hoffmann, Künstlerischer Leiter des Socie und Mitglied des Vereinsvorstands. Hoffmann: "Es gibt den besonders großen Reichtum der jüdischen Kultur zu erleben. Wir würden es gerne weiter strecken als nur über eine Woche."
Der Vereinsvorsitzenden Marianne Steinhagen ist die globale Verflechtung, die dem diesjährigen Festival den Titel gibt, besonders wichtig: "Es ist ein Netzwerk, das sich über Deutschland und Europa spannt, in dem auch die Künstler selbst verflochten sind."
Die künstlerische Leiterin Valentina Marcenaro ergänzt: "Die Jüdische Woche ist kein länderspezifisches Festival." Der Blick richte sich auf die Vielfalt jüdischer Perspektiven, die mit der europäischen Geschichte und Gegenwart verflochten sei. In Dresden solle die jüdische Gegenwartskultur in ihrer ganzen vielfältigen Breite sichtbar werden.
Jüdische Woche lockt mit Musik, Theater, Tanz, Film und Literatur
Beispielhaft dafür steht das Programm "Between the River and the Sea", einem Soloabend der österreichischen Regisseurin Isabella Sedlak und des palästinensisch-israelischen Schauspielers Yousef Sweid (4.11.).
"Eine hochpolitische Inszenierung", so Stephan Hoffmann, eine Bearbeitung des "volksverhetzenden Slogans 'From the River to the Sea'". Ein anderes Beispiel der Verständigung ist "Schlamassel Tov!" (3.11.): Der Autor Alexander Estis und die Klarinettistin Tatjana Davis hatten sich beim Festival 2025 kennengelernt und präsentieren nun ihr erstes gemeinsames Programm.
Erstmals in diesem Jahr versteht sich die Jüdische Woche auch bewusst als Ort des Lernens. Jörg Flachowsky bringt dafür Bildungsangebote an Dresdner Schulen: "Wir wollen kulturelle Angebote mit schulischem Wissen verbinden."
Im Programm stehen Musik, Theater, Tanz, Film, Literatur. Eröffnet wird das Festival am Donnerstag mit einem Konzert des Duo Andalus - Lala Tamar und Ofer Ronen bringen dabei andalusische, sephardische und nahöstliche Musiktraditionen zusammen. Den Schlusspunkt setzt am 5. November das US-Ensemble The Klezmatics mit einem Konzert ihrer "We Were Made For These Times"-Tour zum 40-jährigen Bandbestehen.
Programm und Ticket-Verfügbarkeit: juedische-woche-dresden.de oder societaetsheater.de
Titelfoto: Ove Landgraf

