Bannewitzer Haudegen sagte Napoleon den Kampf an - leider etwas zu früh

Dresden - Er zog in den Kampf gegen Napoleon - und das ohne Befehl und gegen den König. Und obwohl er diese Woche 250 Jahre alt geworden wäre, ist Ferdinand von Schill fast vergessen. Dabei wurde der 1776 in Wilmsdorf geborene Husar einst als Freiheitsheld gefeiert - insbesondere in seiner Heimatgemeinde Bannewitz, die sich ihm bis heute verbunden fühlt.

Schon 1904 wurde im Bannewitzer Ortsteil Wilmsdorf ein Denkmal für den Husaren errichtet.
Schon 1904 wurde im Bannewitzer Ortsteil Wilmsdorf ein Denkmal für den Husaren errichtet.  © Eric Münch

Schill war Soldat durch und durch. Früh geprägt vom Militärdienst seines Vaters, kämpfte er in den napoleonischen Kriegen, wurde verwundet und 1807 vom preußischen König Friedrich Wilhelm III. zum Major ernannt: "Er war ein typischer Haudegen", so Archivar Matthias Schildbach (48).

"Husaren galten als waghalsig, mutig und kämpften immer ganz vorne mit." Doch genau dieses Selbstverständnis führte 1809 zum Bruch mit dem obersten Monarchen.

Denn im Alleingang versuchte Schill einen Aufstand gegen die napoleonische Herrschaft auszulösen. Der Zug durch Sachsen, Brandenburg und Pommern sollte das ganze Land mitreißen, scheiterte jedoch.

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In Stralsund fand der preußische Husar dann sein blutiges Ende: "Hier wurde er im Kampf von Holländern und Dänen enthauptet", erklärt der Archivar.

Major Ferdinand von Schill († 1809) wird nachgesagt, das Sprichwort "Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende" geprägt zu haben.
Major Ferdinand von Schill († 1809) wird nachgesagt, das Sprichwort "Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende" geprägt zu haben.  © wikipedia
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Zum 250. Geburtstag wird an ihn erinnert

Für Bannewitzer Archivar Matthias Schildbach (48) wichtig: "Man kann stolz auf vergangene Errungenschaften sein. Das Wichtigste ist, den kritischen Blick trotzdem nicht zu verlieren."
Für Bannewitzer Archivar Matthias Schildbach (48) wichtig: "Man kann stolz auf vergangene Errungenschaften sein. Das Wichtigste ist, den kritischen Blick trotzdem nicht zu verlieren."  © Eric Münch

Was bleibt, ist die Tragik der Geschichte: Nur vier Jahre später kam es zum Befreiungskrieg und Schills Vision wurde Wirklichkeit. "So wurde er nach seinem Tod zum Volkshelden."

Lange prägte das Bild die Geschichte, 1904 wurde ihm in seinem Geburtsort Bannewitz ein Denkmal errichtet, doch später wurde es verzerrt: "Die Nazis propagierten mit ihm und legten ihm falsche Worte in den Mund", weiß Archivar Schildbach.

Mittlerweile verliert der ehemals Gefeierte an Bedeutung im Land. Vor der Wende noch als Einzelkämpfer und Rebell gefeiert, ebben die Jubiläumsfeiern um den 250-Jährigen nach und nach ab. Archivar Matthias Schildbach (48) sieht das kritisch: "Schill ist ein Kapitel in der Entstehung Deutschlands. Wenn wir anfangen, die Geschichte zu vergessen, kriegen wir ein Problem", erklärt er.

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Zum 250. Geburtstag wird dennoch an ihn erinnert: Am Freitag wollen Vertreter der Offizierschule des Heeres am Schill-Denkmal einen Kranz am Denkmal niederlegen.

Titelfoto: Bildmontage: Eric Münch (2)

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