Besuch im Fundbüro: Das vergessen die Leute in Dresden so alles

Dresden - Ein einsamer Teddybär, ein Zwillings-Kinderwagen vom Striezelmarkt, ein vergessenes Mischpult – und irgendwo dazwischen Tausende Handys, Schlüssel und Taschen. Wer in Dresden etwas verliert, ist selten allein. Rund 12.000 Fundsachen landeten im vergangenen Jahr im städtischen Fundbüro - von ganz alltäglich bis herrlich kurios.

Ganz schön viel zu tun für Fundbüro-Leiterin Brit Geßler (57).
Ganz schön viel zu tun für Fundbüro-Leiterin Brit Geßler (57).  © Thomas Türpe

"Am meisten bekommen wir Sachen von der DVB, danach von der Polizei", sagt Brit Geßler (57), Leiterin des Fundbüros. Was Einheimische und Touristen besonders gern vergessen? Taschen! Knapp 2200 Stück - von Rucksäcken über Handtaschen bis zur Einkaufstasche mit reichlich Lebensmitteln.

Dazu fast 1200 Mobiltelefone, knapp 800 Geldbörsen und mehr als 1000 Schlüssel. Immerhin: Handys werden oft abgeholt. "Die Abholquote ist da richtig gut", sagt Mitarbeiterin Celine Gintschel (23). Ganz anders bei Brillen: Von fast 400 fanden nur 22 zurück zu ihren Besitzern.

Manches sorgt im Büro für Kopfschütteln oder Schmunzeln. "Ein Kinderwagen auf dem Striezelmarkt, den vergisst man ja nicht mal eben", lacht Chefin Geßler.

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Auch dabei: Koffer, Schmuck, Uhren, E-Scooter und sogar "mal ein Rucksack mit 'Gras'". Kurios wird es auch international: "Es kommt öfter vor, dass wir Sachen ins Ausland schicken. 2025 zum Beispiel nach Israel, Großbritannien oder in die Niederlande."

Und dann gibt es noch die Stammgäste.

Celine Gintschel (23) zeigt nur drei von unzähligen Kuscheltieren.
Celine Gintschel (23) zeigt nur drei von unzähligen Kuscheltieren.  © Thomas Türpe
Viele der Fahrräder können bald wieder ersteigert werden.
Viele der Fahrräder können bald wieder ersteigert werden.  © Thomas Türpe

Nach sechs Monaten ist Schluss

All diese Tüten voller Kleidung und Taschen werden gespendet.
All diese Tüten voller Kleidung und Taschen werden gespendet.  © Thomas Türpe

"Wir erkennen manche Leute wirklich schon wieder, wenn sie regelmäßig ihre Sportsachen oder Geldbörsen abholen."

Was nach sechs Monaten nicht abgeholt wird, bekommt oft ein zweites Leben.

"Wir sortieren dann nach Spende, Müll oder Versteigerung", so Brit Geßler. Gespendet wird unter anderem an die Lebenshilfe, das DRK und sogar ans Tierheim, etwa wenn es um Bälle geht. Regenschirme gehen nach Kuba. Andere Sachen fliegen in den Müll oder gehen zur Versteigerung. Die nächste findet am 31. März statt, Schwerpunkt Fahrräder.

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"Unser neuer Standort im Stadtforum sorgt auf jeden Fall dafür, dass viel mehr Leute vorbeikommen."

Öffnungszeiten unter: dresden.de

Titelfoto: Thomas Türpe

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