Dresdner Eis-Dynastie: Neuer Chef bei Haselbauer
Dresden - "Haselbauer" ist Kult in Dresden. Seit 1949 gibt es das berühmte Eis in der Muschel-Waffel. Zu DDR-Zeiten standen Schleckermäuler am ehemaligen Fučíkplatz Schlange, seit 2004 am Pavillon auf dem Külz-Ring.
Diesen bewirtschaftet jetzt der Dresdner Gastro-Profi Max Rothe (39). Der Unternehmensberater erfüllte sich einen Traum und übernahm von Annett Walter (56) das Eisgeschäft.
Die Ursprünge von "Haselbauer" reichen bis ins Jahr 1912 zurück. Damals entwickelte Friedrich Haselbauer in Leipzig ein besonderes Rezept für sein cremiges Eis.
Nach dem Zweiten Weltkrieg brachte sein Sohn Heinz die Spezialität nach Dresden, verkaufte das Eis ab 1949 am Ex-Fučíkplatz, dem heutigen Straßburger Platz.
Heidi Haselbauer führt das Familienunternehmen in der "original Eisbar" bis heute fort – seit 2025 in der Zwinglistraße.
Neben Eis gibt es weiterhin legendäre "Klebewaffeln" mit weißer Schaumfüllung
Jeden Morgen die wichtigsten Nachrichten direkt in dein Postfach.
- Lokale Nachrichten aus Dresden & Umgebung
- Exklusive Hintergrundberichte
- Jederzeit abbestellbar
Den Markennamen aber erwarb schon 2003 Annett Walter, die vor über 20 Jahren den Pavillon am Külz-Ring eröffnete. Der ist nun das Reich von Max Rothe.
"Ich habe im Italienischen Dörfchen Restaurantfacharbeiter gelernt. Auch nach dem BWL-Studium schlägt mein Herz noch für die Gastro. Deshalb freue ich mich riesig, dass der Eispavillon nun mein zweites Standbein ist."
Der Betreiber wechselt – das Rezept bleibt gleich. "Seit den 50er-Jahren ist das Rezept unverändert", versichert Walter. "Das Besondere am Eis ist, dass es fluffig aufgeschlagen wird", weiß Rothe.
"Ich möchte, dass die Touristen uns wie Pfunds Molkerei als Dresdner Traditionsunternehmen wahrnehmen." Neben dem Eis (3,50 Euro) gibt es weiterhin heiße Waffeln und die legendären "Klebewaffeln" mit weißer Schaumfüllung (2 Euro).
Vorbesitzerin Annett Walter geht derweil noch lange nicht in Rente. "Ich bin weiterhin auf Volksfesten und auf dem Striezelmarkt präsent. Aber es ist gut, dass der Pavillon in junge Hände kommt und das Handwerk in der Innenstadt erhalten bleibt."
Titelfoto: Norbert Neumann

