"Echoes of Truth" in den Technischen Sammlungen: Gesichter, die Geschichten erzählen
Dresden - Die Technischen Sammlungen sind derzeit ein besonderer Resonanzraum für Porträts. Das Museum zeigt die Finalisten des Hellerau Photography Award "Portraits" mit ihren Arbeiten. Die Schau trägt den Titel "Echoes of Truth".
Alles in Kürze
- Die Technischen Sammlungen zeigen Porträts des Hellerau Photography Award
- 23 internationale Fotografinnen und Fotografen stellen aus
- Der Wettbewerb findet zum zehnten Mal statt und hat sich zu einer Plattform entwickelt
- Pasha Kritchko gewinnt den diesjährigen Preis mit seiner Ausstellung "Map of Memories"
- Die Ausstellungen sind bis Oktober bzw. Dezember in Dresden geöffnet

Die Ausstellung vereint die Arbeiten von 23 internationalen Fotografinnen und Fotografen. Sie alle setzen sich mit der Frage auseinander, wie sich Wahrheit im Bild spiegeln lässt. Anstelle großer Inszenierungen dominieren ruhige, reduzierte Kompositionen, die den Blick auf das Wesentliche lenken: Gesichter, die eine eigene Sprache sprechen und deren Wirkung nachhallt.
Der Wettbewerb findet zum zehnten Mal statt und hat sich seit seiner Gründung zu einer bedeutenden Plattform der Porträtfotografie entwickelt. Er wurde im Jahr 2015 ins Leben gerufen. Ausgangspunkt war das Festspielhaus Hellerau, das gemeinsam mit Partnern einen neuen Ort für internationale Porträtfotografie schaffen wollte.
Von Beginn an stand dabei die Idee im Vordergrund, Porträts nicht bloß als Abbild einer Person zu zeigen, sondern als Ausdruck von Persönlichkeit, Haltung und Lebensumständen.
Über die Jahre wurden Hunderte von künstlerischen Positionen aus mehr als fünfzig Ländern präsentiert, Preisgelder in beträchtlicher Höhe vergeben und Dresden als fester Standort für zeitgenössische Fotografie etabliert. Dabei sind das Europäische Zentrum der Künste Hellerau und die Technischen Sammlungen in enger Verbindung. Die diesjährige Preisverleihung ist insgesamt mit 10.000 Euro dotiert.
Eine Schlüsselrolle bei Gründung und Durchführung spielt der Journalist und Kulturmanager Martin Morgenstern. Zusammen mit dem damaligen Intendanten des Festspielhauses, Dieter Jaenicke, hat er den Wettbewerb aufgebaut. Morgenstern fungiert bis heute als Projektleiter.
Fotojournalist Pasha Kritchko gewinnt bei den Hellerau Photography Awards

Die Wahl der Technischen Sammlungen als Ausstellungsort knüpft an die Geschichte des Gebäudes an. Wo einst Kameras produziert wurden, begegnen Besucherinnen und Besucher heute einer zeitgenössischen Auseinandersetzung mit Fotografie. Die Kombination aus Museum, Technikgeschichte und aktueller Kunst schafft einen besonderen Rahmen, in dem die Porträts ihre Wirkung entfalten können.
Als diesjähriger Preisträger des Hellerau Photography Awards wurde im Juni der 1987 in Belarus geborene Fotojournalist Pasha Kritchko ausgezeichnet. Als Sieger erhält Kritchko unter anderem eine Einzelausstellung, die parallel zur Ausstellung in den Technischen Sammlungen, die Aufnahmen von ihm zeigt, im Festspielhaus Hellerau zu sehen ist und am heutigen Samstag eröffnet wird.
Die Ausstellung unter dem Titel "Map of Memories" rekonstruiert in Fotografien und Dokumenten den belarusischen Widerstand nach den umstrittenen Präsidentschaftswahlen 2020 und macht sichtbar, wie Erinnerung trotz politischer Unterdrückung bewahrt werden kann.
In der heutigen Medienwelt werde oft vor allem denjenigen Gehör geschenkt, die am lautesten schreien, sagt Martin Morgenstern, der solch ungesunde Bedingungen der Aufmerksamkeitsökonomie als "deprimierend" empfindet. Kritchko hinterfrage mit seinen Bildern diese Mechanismen.
Die Ausstellung "Echoes of Truth" in den Technischen Sammlungen ist bis 19. Oktober, die Residenzpreisausstellung im Festspielhaus Hellerau bis zum 6. Dezember geöffnet.
Titelfoto: Holm Helis