Ehrung für den Dresdner Fotografen: Kunstpreis geht an Matthias Creutziger
Dresden - Fotografie ist ein häufig unterschätztes Medium der Kunst. Die Verleihung des Kunstpreises der Stadt Dresden 2026 steuert gegen. Der mit 10.000 Euro dotierte Hauptpreis geht an den Fotografen Matthias Creutziger (74).
Creutziger prägt die Dresdner Kulturszene seit Jahrzehnten, nicht nur als Fotograf, sondern ebenso als Impresario der Konzertreihe "Jazz in der Semperoper" (bis 2012) und aktuell "Fenster aus Jazz" an der Seite von Günter Baby Sommer in Semper Zwei. Jazz ist - musikalisch gesehen - die Liebe seines Lebens.
Auch seine Kunst, die Fotografie, deretwegen er nun den Kunstpreis erhält, ist davon geformt. Ikonische Jazzfotografien sind in den zurückliegenden Jahrzehnten entstanden, festgehalten etwa in Ausstellungen, Büchern und kunstvollen Kalendern, die ihrerseits häufig mit Branchenpreisen ausgezeichnet wurden.
Jazz findet Creutziger, der lange Zeit Hausfotograf der Semperoper und der Staatskapelle war, im Übrigen nicht allein in der gleichnamigen Musik, sondern ebenso in der Klassik, etwa mit Fotografien der Dirigenten Christian Thielemann oder Sir Colin Davis; da ist Jazz weniger konkrete Kunstform als vielmehr künstlerische Haltung.
Jeden Morgen die wichtigsten Nachrichten direkt in dein Postfach.
- Lokale Nachrichten aus Dresden & Umgebung
- Exklusive Hintergrundberichte
- Jederzeit abbestellbar
Die Kunst-Verleihung hat einiges zu bieten - nicht nur das hohe Preisgeld
"Bei mir ist es so, dass ich auf den Moment warte, wo die Musik abhebt, der Musiker alles um sich herum vergisst, seine Eitelkeit verschwindet, die Atmosphäre knistert, der Mensch mit der Musik verschmilzt. Diesen Augenblick kann man am wenigsten sehen, zuerst muss man ihn hören, dann spüren, um ihn dann - gegebenenfalls mit geschlossenen Augen - festzuhalten", beschreibt Creutziger seine Arbeit. Vor drei Jahren übergab er seinen fotografischen Vorlass der Deutschen Fotothek.
Neben dem Hauptpreis gehören zwei Förderpreise (je 5000 Euro) sowie ein Stipendium (2500 Euro) zum Kunstpreis. Mit den Förderpreisen ausgezeichnet wurden die Banda Comunale, jene international besetzte Blaskapelle, die sich seit 2001 musikalisch gegen Rechtsextremismus positioniert, sowie das Popduo Ätna - Inés (32) und Demian Kappenstein (42) -, das mit seinem Electro-Pop weit über die Stadt hinaus Aufmerksamkeit generiert.
Rund 70 Personalvorschläge gingen laut Kulturbürgermeisterin Annekatrin Klepsch (48, Linke) für den Kulturpreis ein.
Zur Jury gehörten neben Klepsch und Kulturamtsleiter David Klein zum Beispiel Marcel Beyer, Schriftsteller; Lars Seniuk, Rektor der Musikhochschule; Silke Gottlebe vom Filmfest Dresden oder Heiki Ikkola, Schauspieler, Puppenspieler und ehemaliger Intendant des Societaetstheaters.
Titelfoto: Eric Münch
