Ein Festjahr für den großen Komponisten: Dresden feiert Carl Maria von Weber

Dresden - Streng genommen war Carl Maria von Weber (1786-1826) kein Dresdner, doch gehört er untrennbar zur Stadt: 2026 jähren sich sowohl der 240. Geburtstag des Komponisten (18. November) als auch sein 200. Todestag (5. Juni). Zwei Jubiläen, die die Stadt Dresden mit vielen Institutionen konzertant unter dem Motto "Romantik entdecken. Festjahr 2026" mit breitgefächertem Programm feiert.

Das sanierungsbedürftige Weber-Museum in Hosterwitz soll im Herbst 2028 wiedereröffnet werden.
Das sanierungsbedürftige Weber-Museum in Hosterwitz soll im Herbst 2028 wiedereröffnet werden.  © Eric Münch

Weber, in Eutin geboren, lebte und wirkte von 1817 bis zu seinem Tod 1826 (auf Gastspiel in London) in Dresden. Unter seinem Einfluss als Königlicher Kapellmeister und Direktor der Deutschen Oper am hiesigen Hoftheater wurde Dresden zu einem Zentrum der musikalischen Romantik, auch wenn sein bekanntestes Werk, "Der Freischütz", in Berlin uraufgeführt wurde.

Weber habe mehr gemacht als nur diese große Oper, so Kulturbürgermeisterin Annekatrin Klepsch (48, Linke), sondern hinterließ viele Spuren in Dresden: "Daher geht es darum, Weber an authentischen Orten zu würdigen."

Vor allem nehme die Stadt das doppelte Jubiläum zum Anlass, die einstige Sommerresidenz des Komponisten in Hosterwitz. Das denkmalgeschützte Gebäude dient als Weber-Museum und soll ab März saniert werden.

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Die Schädigung der Bausubstanz und eine eingeschränkte Standsicherheit macht diese Maßnahme erforderlich. Baubürgermeister Stephan Kühn (46, Grüne): "Wir sind knapp daran gescheitert, die Sanierung zum Jubiläumsjahr zu schaffen."

Die größte Herausforderung war, städtische Eigenmittel zu sichern. Etwa 3,7 Millionen Euro seien derzeit gedeckt, darunter Fördermittel des Bundes in Höhe von 1,4 Millionen Euro. Zudem finanziert die Deutsche Stiftung Denkmalschutz Arbeiten am historischen Dachstuhl und dem tragenden Gebälk.

Neukonzeption der Dauerausstellung im Weber-Museum läuft

Carl Maria von Weber (1786-1826) im Bildnis von Caroline Bardua.
Carl Maria von Weber (1786-1826) im Bildnis von Caroline Bardua.  © PR

Insgesamt werden trotz prekärer Haushaltslage rund fünf Millionen Euro ins Gebäude fließen, das laut Plan im Herbst 2028 wiedereröffnet werden soll. Zudem soll mit Unterstützung der Bürgerinitiative Keppgrund der wildromantische, aber derzeit gesperrte Keppgrundweg, ein Lieblingswanderweg des Komponisten, wieder trittsicher gemacht werden.

Derweil läuft die Neukonzeption der Dauerausstellung im Weber-Museum. Christina Ludwig (38), als Direktorin des Stadtmuseums zuständig für das Haus: "Das ist ein Meilenstein, so etwas macht man nur einmal binnen 20 bis 50 Jahren."

Auch konzipiert das Stadtmuseum eine Sonderausstellung im Kügelgenhaus, die Webers Verbindung mit dem Schriftsteller E.T.A. Hoffmann beleuchtet: "Wo Schatten wohnen" über das Dunkle in der Romantik (ab 28. März). Zudem werde man eine Ausstellung in der SLUB mit Exponaten bestücken: "Kein Freischütz für Dresden. Carl Maria von Weber und die deutsche Oper" (ab 3. Februar).

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Die Hochschule für Musik Carl Maria von Weber würdigt seinen Namensgeber spartenübergreifend, so Rektor Lars Seniuk (37), ohne dabei das Offensichtliche zu bringen: "Wir ehren Weber innovativ - keine Klassiker, aber mit historischen Wiederentdeckungen seiner Werke, mit Uraufführungen, Chor- und Orchesterwerken sowie mit Jazz- und Popklängen."

Begleitet werde das Programm von einem wissenschaftlichen Symposium und der Gründung des "Weber Music Campus" - einem Netzwerk für den musikalischen Nachwuchs.

Und auch das Stadt-Marketing lässt das Jubiläumsjahr nicht liegen, sondern verknüpft es bundesweit mit dem Jubiläum "150 Jahre Wagner-Festspiele" und hat einen Weber-Spazierweg mit drei Routen und 17 Stationen (nicht nur) für Touristen entwickelt. Es sollen auch Weber-Fans aus dem Ausland angelockt werden.

Titelfoto: Bildmontage: Eric Münch, PR

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