Er lässt sich von Pleite und Burnout nicht unterkriegen: "Lenins Laden" dank jungem Braumeister wieder offen
Dresden - Die Durststrecke ist vorüber - die Hausbrauerei Schwingenheuer, seit 2002 eine Neustadt-Institution, ist zurück! Vor fast genau drei Jahren braute "Lenin" (50) seine letzten Chargen Elbhang Rot und Neustadt Hell. Dachte er. Bis er eines Tages Olivers (27) Bewerbung wiederfand. Der gelernte Braumeister ist ab sofort Lenins erster Angestellter.
"Nach den Corona-Lockdowns war ich pleite", erzählt Christian Schwingenheuer alias Lenin.
Als auch noch Mutter und Katze starben, fiel er in ein tiefes Loch. "Es hat lange gedauert, da wieder rauszukommen aus der Nummer. Ich habe den Burnout für ein unlösbares Problem gehalten. Aber die Zeit und ein recht guter Psychotherapeut haben für mich gearbeitet."
Zwei Jahre lang hielt er sich als Bauhelfer und Kabelträger über Wasser, stets geplagt von "massivem Herzschmerz" in Gedanken an das, was war. Lenin investierte zuletzt sechsstellig in sein Sudhaus an der Meschwitzstraße im Industriegelände. Seine Rente: dahin. Die Leidenschaft: unlebbar.
Als sich sein Kopf besser anfühlte und sich das "Arbeitsamt herzliche Mühe gegeben hatte, mich wieder loszuwerden", fasste er sich ein Herz und räumte sein Büro auf.
Auf dem Schreibtisch, für drei Jahre verloren geglaubt: Oliver Kobers Bewerbung. "Gut, dass ich sie nicht mehr eingestellt habe", habe Lenin geantwortet. Doch der Braumeister blieb dran.
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Braumeister hat sich in Kneipe verliebt
Die Behördenkorrespondenz? Kein Problem. Lebensmittelsicherheit? Übernimmt er mit links. Seinen Dienstplan schreibt sich Olli selbst.
"Ich fand die Brauerei so schön, dass ich mich nahtlos in sie verliebt habe", erzählt er TAG24 im Bautzner Tor, Lenins erste "legale" Kneipe in der Dresdner Neustadt.
Und zusammen mit dem Ostpol, dem Hechtgarten und der Boulderhalle Mandala der erste Ort, an dem man wieder Elbhang Rot in die Rüstung römern kann.
Titelfoto: Montage: Eric Münch, Norbert Neumann
