Liebesbriefe von Max Schwimmer in der Galerie Himmel: Schwärmerei und Zeichenkunst
Von Lilli Vostry
Dresden - Zum 130. Geburtstag des Leipziger Malers Max Schwimmer (1895-1960) zeigt die Galerie Himmel erstmals eine Auswahl bislang unbekannter Liebesbriefe, die der Künstler - oft mit zarten Zeichnungen versehen - an seine jugendliche Geliebte "Gerdine" schrieb, die spätere Fotografin Gerda Schimpf.
"Herzensgerdinlein" nannte Schwimmer sie oder "Du liebstes, scheues, himmelfarbenes Reh".
Meist handschriftlich, manchmal mit der Schreibmaschine getippt, himmelte er sie in höchsten Tönen an: "Durch Deine Liebe wird mein Leben groß, durch Deine Treue werde ich alles Bittere los, ach wär' ich doch ein Haar in Deinem Schoß … ."
Die Ausstellung mit dem Titel "Ich rausche mit aller Liebesmacht in Deinen Himmel" zeigt 67 Briefe, die Schwimmer von 1936 bis 1940 fast täglich aus Leipzig an seine 18 Jahre jüngere Geliebte in Berlin schickte.
Sie sind romantisch, heiter sinnlich und frivol mit hocherotischen Zeichnungen der beiden beim Liebesspiel, gezeichnet in zarten Pastelltönen in federleichtem Strich.
Max-Schwimmer-Ausstellung läuft noch bis Januar
"Die Künstlerbriefe sind etwas Besonderes", sagt Galerist Michael Böhlitz und Kurator der Ausstellung.
Sie seien "Gesamtkunstwerke in ihrer Verbindung von Sprache und Bildern", gewähren offen freimütige wie spannende und berührende Einblicke auf Leben und Werk des Künstlers in schwieriger Zeit kurz vor Ausbruch des Zweiten Weltkrieges.
Die schwärmerischen Briefe befeuerten sein Schaffen, 1940 endete die Romanze. Galerist Böhlitz freut sich, dass Schwimmers herzerfüllte Liebespost jetzt in die Welt hinausgeht.
Die Ausstellung ist noch bis 24. Januar in der Galerie Himmel, Obergraben 8, zu sehen.
Titelfoto: Montage: Eric Münch

