Musikfestspiele setzen Wagner-Projekt fort: Premiere in Prag

Dresden/Prag - Der Vorabend ist absolviert, es folgen drei Tage, aufführungstechnisch wird indes in Jahren gerechnet. Die historisch informierte Produktion von Wagners "Der Ring des Nibelungen" ist das aufwendigste Projekt in der Geschichte der Dresdner Musikfestspiele. Die Premiere des zweiten Teils "Die Walküre" findet schon kommende Woche statt, in Prag.

Momentaufnahme aus der Aufführung "Das Rheingold" unter Leitung Kent Nagano (72) im Kulturpalast vergangenen Juni.
Momentaufnahme aus der Aufführung "Das Rheingold" unter Leitung Kent Nagano (72) im Kulturpalast vergangenen Juni.  © Oliver Killig

"Ein Bühnenfestspiel für drei Tage und einen Vorabend" ist die "Ring"-Tetralogie in Wagners Worten. Die konzertante Erarbeitung des Zyklus - international vermarktet als "The Wagner Cycles" - ist ein Gemeinschaftsprojekt von Dresdner Festspielorchester und Concerto Köln unter der künstlerischen Leitung von Dirigent Kent Nagano (72) und Musikfestspiele-Intendant Jan Vogler (60).

Nach "Das Rheingold" im vergangenen Jahr folgt nun "Die Walküre". Bis 2026 soll der Zyklus komplett sein. Die Dresdner Aufführung im Kulturpalast am 9. Mai in der "Reihe Originalklang" markiert gewissermaßen den Vorabend der diesjährigen Musikfestspiele, deren Eröffnungskonzert erst tags darauf stattfindet.

Sechsmal wird "Die Walküre" in diesem Jahr gespielt. Zum Zeitpunkt der Dresdner Aufführung sollten Orchester und Gesangsensemble gut eingespielt sein, denn diese ist die vorletzte.

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Premiere ist am 9. März in Prag, folgend Vorstellungen in Amsterdam (16. März), Köln (24. März) und Hamburg (1. Mai), den Abschluss bildet eine Vorstellung in Luzern (21. August).

Intendant Jan Vogler: 'The Wagner Cycles' ein visionäres Projekt

Jan Vogler (60) und Amanda Gorman (25) im Rahmen der "Late Show" von Stephen Colbert.
Jan Vogler (60) und Amanda Gorman (25) im Rahmen der "Late Show" von Stephen Colbert.  © Facebook/Dorn Music

"Für die Dresdner Musikfestspiele ist 'The Wagner Cycles' ein visionäres Projekt, das in der Wagner-Stadt Dresden neu entsteht", so Jan Vogler. "Die Walküre" werde in Workshops und Proben "ganz neu erforscht".

Das geschieht auf Grundlage neuer Erkenntnisse aus der Musikwissenschaft. Auch Themen wie Wagners Frauenbild würden dabei herausgestellt, sagt Kent Nagano. Der Dirigent weiter: "Vor allem widmen wir uns Wagners revolutionären Innovationen in der Orchesterpraxis: Seine seinerzeit ganz neu entwickelten Orchesterfarben und -texturen gingen weit über die Grenzen dessen hinaus, was damals gängige musikalische Praxis war."

Mehrfach war Wagners "Ring" zuletzt in Dresden zu erleben, mit zwei Zyklen an der Semperoper unter Christian Thielemann (64) und einer konzertanten Aufführung der Philharmonie unter Marek Janowski (85). Dresdner Festspielorchester und Concerto Köln setzen mit ihrer Originalklang-Lesart einen neuen Akzent. Karten im Preisrahmen von 27 bis 117 Euro gibt es im Vorverkauf.

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Intendant Vogler macht derweil als Cellist Eindruck in den USA. Nach dem Auftritt mit der Lyrikerin Amanda Gorman (25) in der New Yorker Carnegie Hall trat das Duo auch in der "Late Show" des Talkmasters Stephen Colbert auf.

Titelfoto: Oliver Killig

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