Dresden - Es vergeht kein Jahr, dass nicht mindestens ein Buch von ihm erscheint: Der Dresdner Schriftsteller Frank Goldammer (51) hat es mit seinen Krimis in die erste Reihe deutschsprachiger Bestsellerautoren geschafft. Die Geschichten sprudeln nur so aus ihm heraus. Allein im Frühjahr erscheinen zwei neue Bücher von ihm, das erste schon am Donnerstag.
Es ist der dritte Band um Kommissar Gustav Heller, Großvater von Kommissar Max Heller, der für Goldammer vor zehn Jahren den Grundstein seines Erfolges setzte.
Damals erschien "Der Angstmann", ein schauriger Thriller, der zur Nazizeit spielt. Sechs Romane um Max Heller folgten, bevor Goldammer mit dessen Großvater eine neue Reihe begründete. Gustav Heller ermittelt im Dresden zu Königs Zeiten.
"Die Bestie von Dresden" - der Titel des dritten Falles, den der alte Heller zu lösen hat, weist auf ungewöhnliche Brutalität hin. Die Handlung spielt im Mai 1883, als plötzlich ein Tiger aus dem Zoologischen Garten entkommt und die Stadt in Aufruhr versetzt.
Kurz darauf wird ein junger, wohlhabender Mann bestialisch ermordet aufgefunden, und es zeichnet sich ab, dass ein Serienmörder am Werk sein könnte, der es gezielt auf Kinder aus wohlhabenden Familien abgesehen hat.
Gustav Heller steht vor seinem bisher größten Fall: Er muss den Schrecken auf Dresdens Straßen Einhalt gebieten, gleichzeitig die aufgerührte Bevölkerung beruhigen und sich in einem Umfeld beweisen, in dem weder moderne Forensik noch staatliche Strukturen den Ermittler so unterstützen wie später im 20. Jahrhundert.
Buchpremiere ist am 3. März im Haus des Buches.
Frank Goldammer über seine neue Reihe: "Die Idee kommt diesmal nicht von mir"
Als einer der wenigen Autoren im Lande ist Goldammer in zwei Verlagen unterwegs - dtv, wo die Heller-Reihen erscheinen, und Rowohlt, wo er zuletzt einen Vierteiler über den seelisch kaputten Ermittler "Bruch" veröffentlichte.
Bei Rowohlt ist nun eine weitere Goldammer-Romanreihe in den Startlöchern. "Strandopfer" ist der Titel, der Auftaktband soll am 15. Mai erscheinen.
Nicht Dresden ist dann Schauplatz der Fälle, sondern die Ostsee um Usedom, im deutsch-polnischen Grenzgebiet - "Grenzfall Ostsee" heißt dann auch der erste Band. Dort bekommt das bilaterale Ermittlerduo Lena Schuldt (Deutschland) und Adam Krawczyk (Polen) harte Fälle zu lösen.
Noch etwas ist anders mit der neuen Reihe. "Die Idee und Konzept kommen diesmal nicht - wie sonst - von mir, sondern vom Verlag", so Goldammer zu TAG24.
Nach Hamburg, dem Verlagssitz, eingeladen habe man ihn, um ihn zu fragen, ob er die Reihe übernehmen wolle - natürlich habe er eingewilligt.
Schnellschreiber: So viele Seiten schafft Goldammer am Tag
Goldammer ist ein Schnellschreiber. "Wenn das Exposé erst mal steht, schaffe ich am Tag zwölf bis zwanzig Manuskriptseiten, das entspricht bis zu vierzig Seiten im gedruckten Buch", sagt er.
Daher fühlt er sich mit zwei Buchreihen parallel auch nicht überfordert. Im Gegenteil, es könnte nach seinem Geschmack noch mehr sein. Dieser Wunsch geht nun bald in Erfüllung, denn die Erfolgsreihe um seinen Kommissar Max Heller geht in die Fortsetzung. Nach sieben Romanen der ursprünglichen Reihe und einem Prequel, das nach dem Ersten Weltkrieg einsetzte, wird Heller dann in der späten Weimarer Republik und nach Machtübernahme der Nazis ermitteln.
Frank Goldammer gibt uns weiterhin viel zu lesen. Gut so.