Online-Projekt "Your Dresden Story" gestartet: Hier könnt Ihr persönliche Fotos hochladen

Dresden - Bürgerbeteiligung im Museum bedeutet in der Regel das Besuchen einer Ausstellung als Publikum. Das Dresdner Stadtmuseum hat nun ein Online-Format entwickelt, in dem die Ausstellung durch Bürgerbeteiligung überhaupt erst entsteht. Das digitale Format trägt den Titel "Your Dresden Story" und ist schon aktiv.

Kinderfoto und Smartphone, mehr braucht es kaum, um an der Online-Ausstellung mitzuwirken.  © Stadtmuseum Dresden

Eine neue Form von Stadtgeschichte will das Stadtmuseum auf diese Weise schreiben lassen, wobei die Mehrzahl besser passt: Stadtgeschichten.

Denn gefragt ist nicht so sehr die große Erzählung bedeutender Ereignisse und Vorkommnisse, wie sie auch in Büchern oder Jahresrückblicken stehen, sondern vielmehr das Alltägliche und wie es das Leben ausmacht und bestimmt. So kann das Leben von heute ebenso abgebildet werden wie längst Vergangenes, schriftlich und/oder Beispiel in historischen Fotografien, die einer gesammelt hat.

"Your Dresden Story" soll ein wichtiger Baustein für die Neukonzeption der ständigen Ausstellung zur Stadtgeschichte werden, erklärt Museumsdirektorin Christina Ludwig. Dabei soll in den kommenden insbesondere die Zeit nach 1990 in den Fokus rücken.

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Ludwig: "Das Projekt ermöglicht es, Themen der Stadtgeschichte aus der Perspektive persönlicher Alltagswelten sichtbar zu machen und die Sammlungen sowie Objekte im Kontext aktueller gesellschaftlicher Debatten neu zu betrachten."

Wer die Plattform nutzt, hat so die Möglichkeit, "mit Objekten und Geschichten die zukünftigen Inhalte der ständigen Ausstellung zur Stadtgeschichte aktiv mitzugestalten."

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Digitalmanagerin wirbt um Vertrauen in das Projekt

Das Stadtmuseum hat das neue Projekt initiiert. (Archivbild)  © Thomas Türpe

Wer ein Foto aus dem Familienalbum hochlädt oder eine Kindheitserinnerung aufschreibt, macht mehr als nur einfach einen Klick am Computer, sondern gebe etwas von sich preis, ergänzt die Digitalmanagerin der städtischen Museen, Linda Karo-Kistmacher.

Sie wirbt um Vertrauen in das Projekt. Für die Community habe man die Plattform so einfach wie möglich gehalten, sagt sie: "Wir sammeln keine unnötigen Daten. Es gibt keinen Registrierungszwang. Wir haben einen transparenten Freigabeprozess und ändern nichts ohne Rücksprache."

Wer mitmache behalte die Kontrolle: "Und wir achten darauf, dass keine Rechte Dritter verletzt werden oder jemand in einem Beitrag einbezogen wird, der das nicht möchte."

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Die Adresse der Site lautet www.yourstory.stadtmuseum-dresden.de. Wer sie aufruft, sieht, wie informativ und persönlich Einträge sein können. Einige sind schon verzeichnet.

Da veröffentlicht etwa ein Nutzer ein Kinderfoto von sich anlässlich der Schuleinführung 1987 in Gorbitz und ein zweites, dass seine Kinderfüße von 1985 noch immer im Beton eines Gorbitzer Fußweges zeigt. Ein anderer Nutzer hat eine Plattenbau-Miniatur gebaut, "mit fahrender Straßenbahn drumherum."

Erste Stücke einer Ausstellung, die von den Dresdner Einwohnern selbst kuratiert wird.

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