Dresden - Aus Putins ehemaliger Stammkneipe auf der Hauptstraße wird ein englisches Pub im Stil der 20er-Jahre. Was bleibt, ist der Name "Am Thor" - mit dem Zusatz "Vince - Twenties Pub". Damit ist auch gleich gesagt, wer hinterm Tresen steht: Vincent Funk (28). Der gelernte Restaurantfachmann eröffnet am 1. Juni sein erstes eigenes Lokal mit je 40 Plätzen innen und außen.
Nach der Insolvenz des tschechischen Vorbesitzers stand das Lokal über vier Monate leer. "Ich habe das Objekt Mitte April übernommen, auf- und ausgeräumt und aufgefrischt. Wir stecken noch mitten in der Arbeit", sagt Funk.
Kräftig unter die Arme greifen ihm die Dresdner Handwerker von Scholze & Wachs Bodensysteme. Bereits vor der Eröffnung können Gäste am Muttertag und Herrentag auf einen Kaffee oder ein Bier vorbeikommen.
Regulär geht's am 1. Juni los (Mi-So, ab 17 Uhr). "Ich will das gemeinsame Ausgehen, wie es in den 20er-Jahren üblich war, neu beleben.
Die Gäste sollen bei mir was trinken, essen, an der Bar sitzen, vielleicht auch Karten spielen - bei Jazz und Swing."
Bei Buletten und Fish & Chips, "bei Hausmannskost mit englischen Einflüssen, bei Radeberger und Guinness".
Alter Tisch von Wladimir Putin wird aufgestellt, aber nicht extra ausgewiesen
"Natürlich fragen mich viele Stammgäste nach Putin", sagt Vincent Funk. Der ehemalige KGB-Offizier trank hier ab 1985 sein Feierabendbier. Bis 2018 gab es in der Kneipe gar eine Putin-Gedenkecke. Doch die ist längst entfernt - dauerhaft.
"Sein alter Tisch wird aufgestellt, aber nicht extra ausgewiesen", sagt Vincent bestimmt.
Junge, weltoffene Leute sollen sein Lokal entdecken, ab Herbst einmal im Monat Livemusik hören oder Swing aus einer Jukebox.
Zum Lokal gehört die angrenzende ehemalige Terence-Hill-Eisdiele.
Statt Eis gibt's dort ab 1. Juni wochentags (11.30-14 Uhr) aus dem Fenster Mittagsangebote (max. 10 Euro) zum Mitnehmen.