Schnitzerin entwickelt sächsische Kasper-Tradition weiter
Dresden - Ein Blick hinter die Werkbank: Elisabeth Trobisch (40) ist seit zweieinhalb Jahren Hohnsteins Schnitzerin und fertigt den ikonischen Kasper der Sächsischen Schweiz. Während sie also das traditionelle Handwerk am Leben erhält, versucht sie auch, einen modernen Touch in den klassischen Handpuppen-Gesichtern zu hinterlassen.
Studiert hat die 40-Jährige Theaterplastik in Dresden. Doch die Liebe zum Holz begleitet sie schon länger: "Mein Papa ist Instrumentenbauer gewesen und hat uns manchmal mit in die Werkstatt genommen."
So ließ sie auch nach dem Studium das Schnitzen nicht los: "Ich bin immer noch fasziniert davon, Leben in einen Holzklotz zu hauchen." Das bevorzugte Material ist dabei klar: "Immer Linde: Das ist weich und leicht", erklärt Trobisch.
Bevor sie die Stelle in Hohnstein übernahm, hatte sie schon Zeichnungen und Skulpturen für die Stadt gefertigt. "Dann ist der vorherige Schnitzer in Rente gegangen, und es stand im Raum, ob ich das übernehme."
Für sie, die vor sieben Jahren eher zufällig in ihre Heimat Hohnstein zurückkehrte, eine glückliche Fügung.
Elisabeth Trobisch will Dinge aufbrechen
Bei ihrer Arbeit versucht sie nun, Tradition zu wahren, aber auch weiterzuentwickeln. So entstand etwa schon eine "Graffiti-Gretel" mit Hose: "Eigentlich trägt sie nie eine. Ich möchte das Ganze aber einfach etwas aufbrechen", so die 40-Jährige.
Gemeinsam mit der Stadt Hohnstein wirbt sie zudem für Schnitzkurse, um das Handwerk zu erhalten.
Für den Kasper hat sie dabei eine klare Haltung: "Er darf alles sagen und bleibt dabei immer respektvoll. Gleichzeitig wird die Meinung der anderen respektiert. Gesellschaftlich könnte man sich daran ein Beispiel nehmen."
Infos: schnitzbude.de.
Titelfoto: Thomas Türpe

