Semperoper-Sanierung: Hier machen die Mischwesen den Abflug

Dresden - Seltenes Schauspiel an der Semperoper: Die imposanten Figuren der Dachbekrönung werden abgebaut und erhalten nach über zwei Jahrzehnten eine Frischekur. Für die Bergung ist ein mobiler Kran wochenlang im Einsatz.

Der technische Direktor Jan Seeger (55, l.) und der bauleitende Architekt Christian Kopp (72) beobachten den Abbau.
Der technische Direktor Jan Seeger (55, l.) und der bauleitende Architekt Christian Kopp (72) beobachten den Abbau.  © Norbert Neumann

Die Dachbekrönung besteht unter anderem aus vier Greifen (mythische Mischwesen) und zwei Lyren (antike Zupfinstrumente). Die Greife thronen an den vier Ecken des Bühnenhauses, die Lyren zieren den Dachfirst an der Nordwest- und der Südostseite der Oper.

"Alle Objekte sind aus Gusseisen gefertigt und wurden zuletzt in den 1990er-Jahren saniert", sagt Alwin-Rainer Zipfl (46) vom zuständigen Sächsischen Immobilien- und Baumanagement (SIB). "In den nächsten Monaten wird eine Komplettsanierung der Gussplastiken durchgeführt."

Dafür werden die Figuren mittels eines mobilen Krans heruntergenommen. Die aufwendige Bergung soll rund vier Wochen dauern. "Nach der umfassenden Untersuchung und Reinigung der Plastiken erfolgt die fachgerechte Instandsetzung", so Zipfl.

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Diese umfasse Ausbesserung und Reparatur von Schadstellen und nachhaltige Konservierung.

Hier hebt der erste Greif ab. Mit Seilen gesicherte Arbeiter überwachen den Abflug.
Hier hebt der erste Greif ab. Mit Seilen gesicherte Arbeiter überwachen den Abflug.  © Norbert Neumann
Schäden wie diese am Fuß des Mischwesens sollen bei der Sanierung behoben werden.
Schäden wie diese am Fuß des Mischwesens sollen bei der Sanierung behoben werden.  © Norbert Neumann
Die Sanierung der Semperoper-Dachfiguren soll bis Jahresende dauern.
Die Sanierung der Semperoper-Dachfiguren soll bis Jahresende dauern.  © Norbert Neumann
Ein mobiler Kran hat den gusseisernen Greif am Haken.
Ein mobiler Kran hat den gusseisernen Greif am Haken.  © Norbert Neumann

Die Arbeiten übernimmt eine Fachfirma aus Ottendorf-Okrilla. Bis Jahresende soll die Sanierung fertig sein.

Die Kosten in Höhe von rund 75.000 Euro werden aus Steuermitteln bezahlt.

Titelfoto: Norbert Neumann

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