Dresdner Straßenbahnmuseum weckt Erinnerungen

Dresden - Dresdens Liebling "Kleiner Hecht", die knallrote "Tatra" oder der beigefarbene und legendäre "T4": Über Jahrzehnte prägten diese Straßenbahnen das Stadtbild, quietschten durch enge Kurven, ließen den Wocheneinkauf im Einkaufsnetz auf den harten Sitzen wackeln und brachten Generationen zuverlässig durch den Alltag. Manch ein Dresdner denkt dabei bis heute nostalgisch an diese Fahrten zurück.

Der ehrenamtliche Museums-Chef Sven Wierick (50) ist froh, dass insgesamt 60 Ehrenamtliche des Straba-Vereins an den Frühjahrsöffnungstagen unterstützen.  © Eric Münch

Genau diese Erinnerungen werden jetzt wieder lebendig: Zu den Frühjahrsöffnungstagen öffnet das Straßenbahnmuseum Dresden (gegründet: 1992) auf dem Betriebshof Trachenberge am Samstag und Sonntag seine Tore. Und lädt dabei zur Zeitreise auf Schienen ein.

Insgesamt 41 historische Bahnen zählt die Sammlung, sieben Triebwagen gehen auf Sonderfahrt. Darunter Hingucker wie der "Tatra"-Triebwagen T6A2 (1985) – der jüngste im Bestand – und der "Großraumwagen" T4-62 (1962).

"Hier gibt es 90-Minuten-Touren bis nach Wölfnitz", erklärt der ehrenamtliche Museums-Chef Sven Wierick (50). Er wird hier sogar selbst in historischer Uniform ans Steuer gehen.

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Alle historischen Triebwagen, so wie auch die "Tatra T6A2" wurden mit elektrischen Weichenstellungen nachgerüstet, sodass sie für den modernen Schienenverkehr geeignet sind.  © Eric Münch
Ein großer Wunsch des Straba-Vereins: Bei der Hauptuntersuchung wurden am "großen Hecht" (1931) Wagenkasten-Schäden festgestellt, die nur mit Spenden und Einnahmen der Frühjahrsöffnungstage bezahlt werden können.  © Eric Münch

Auch im Museum gibt es allerlei zu entdecken

Dresdens älteste Straba "Berolina" (1901) darf, wie auch die anderen Triebwagen, in "Halle A" bestaunt werden.  © Eric Münch

Wem das zu lang ist, der steigt in die rot glänzenden "Tatra 2000 + 222 998": "Die Fahrten gehen 25 Minuten und laufen über den Albertplatz." Eine kleine Zeitreise für viele Dresdner, denn diese Wagen prägten bis 2002 das Straßenbild. "Die Dresdner sind einfach große Straßenbahn-Liebhaber", freut sich Wierick.

Doch nicht nur auf den Gleisen gibt es etwas zu sehen: Auch im Museum warten historische Haltestellenschilder, alte und neue Fahrschalter sowie die Werkstatt. Kinder können am Azubi-Fahrtrainer selbst Straßenbahnfahrer spielen.

In "Halle A" steht außerdem der Dresdner Liebling "Kleiner Hecht" (1938). Doch dessen "Kupferspulen sind leider kurzfristig kaputtgegangen und wir können keine Fahrten mit ihm anbieten", bedauert Museums-Chef Wierick. Der Oldie-Busverein "Historische Kraftfahrzeuge des Dresdner Nahverkehrs" bietet ebenfalls mit "insgesamt vier Bussen und einem Lkw Sonderfahrten an".

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Kinder dürften vor allem den blau schimmernden "H6"-Lkw (1955) lieben, der ursprünglich als Bergungsfahrzeug genutzt wurde. Zudem rollt der älteste Bus (1938) des Braunschweiger Herstellers "Büssing" "NAG 900" für Rundfahrten über Dresdens Straßen.

Eintritt: 5/3 Euro, Sonderfahrten extra. Sa./So., 10–17 Uhr.

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