Tausende vereint: Stimmen aus der Menschenkette in Dresden
Dresden - Mitten in Dresden nahmen sich am Freitag wieder Tausende an den Händen und hielten inne. Warum reihten sie sich in die Menschenkette ein?
Für Rentner Josef Ullrich (85) ist die Menschenkette seit über 20 Jahren ein Muss. "Ich habe den Krieg noch als Kind erlebt, bin selbst vertrieben worden. Es ist mir ein großes Anliegen, etwas für Frieden und Versöhnung tun zu können."
Louisa Winnig (19) war zum ersten Mal dabei. "Ich möchte ein Zeichen für Menschlichkeit setzen", sagt die Studentin.
Des 13. Februars zu gedenken, sei eine "Pflicht für jeden Dresdner", findet Heilerziehungspfleger Stefan Beer (43). "Man darf das Geschehene nicht vergessen. Die Menschenkette bedeutet Zusammenhalt."
Christine Baumann (75) denkt auch an ihre Großeltern. "Sie sind damals umgekommen in der Bombennacht. Für ein friedliches Leben muss man sich erinnern."
Mancher kam von weit her, darunter "Oma gegen Rechts" Christina (56) aus Spremberg. Ihre Motivation: "Es geht einfach nicht, dass die Nazis hier Geschichtsrevisionismus betreiben." Sie sei hergefahren, um ein Zeichen gegen Nazis zu setzen.
Titelfoto: Fotomontage: Steffen Füssel
