Anträge stapeln sich im Amt: Fast drei Jahre Warten auf den deutschen Pass
Dresden - Antragsstau in der Dresdner Ausländerbehörde - hier stapeln sich die Einbürgerungsanträge. Knapp drei Jahre warten Ausländer inzwischen auf einen Bescheid. Aktuell bearbeiten Stadt-Mitarbeiter noch Anträge vom Juli 2023.
Vergangenes Jahr wurden 667 Ausländer eingebürgert - ihren Antrag hatten sie vor Jahren gestellt. Gleichzeitig gingen 1108 neue Anträge ein, die meisten von Syrern, Russen, Ukrainern, Afghanen. Auch sie müssen wohl Jahre auf die Bearbeitung warten, geht aus einer aktuellen Mitteilung an den Stadtrat hervor.
Warum dauert alles so lange? Die Verwaltung macht die 2024 in Kraft getretene Reform des Staatsangehörigkeitsrechts verantwortlich.
Seither ist die Einbürgerung schon nach fünf Jahren möglich, Mehrstaatigkeit kein Problem mehr - und die Bearbeitungsdauer "konstant gestiegen".
31 Monate müssen Antragsteller mittlerweile auf eine Antwort warten, 3850 Anträge wurden noch gar nicht angerührt.
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Trotz - oder gerade wegen? - der langen Wartezeit gibt's Lob von der AfD. Die Fraktion begrüße es "ausdrücklich, dass die Landeshauptstadt Einbürgerungsanträge sorgfältig prüft", meint Stadträtin Silke Schöps (50). In der Tat lehnt die Behörde manchen Antrag auch ab: 2025 bekamen 42 Ausländer einen negativen Bescheid.
Titelfoto: Bildmontage: IMAGO/Christian Ohde / Norbert Neumann
