Kulturgebäude, Kitas & Co. im Wert von 400 Millionen Euro: Dresden nimmt sich viel vor

Dresden - Auch beim Bauen will die Stadt einen nachhaltigen Weg beschreiten. Neue Gebäude sollen umweltfreundlich errichtet, bestehende auch für eine bessere Öko-Bilanz saniert werden. Insgesamt investiert das Rathaus in 147 Bauvorhaben über mehrere Jahre mehr als 400 Millionen Euro.

Die "Scheune" (Alaunstraße) in der Neustadt wird seit Oktober 2022 für 7 Millionen Euro saniert.
Die "Scheune" (Alaunstraße) in der Neustadt wird seit Oktober 2022 für 7 Millionen Euro saniert.  © Eric Münch

Etwa 650 städtische Immobilien gibt es in Dresden. Der Gebäudesektor verursacht laut Rathaus mit Errichtung und insbesondere Betrieb rund neun Prozent der umweltschädlichen Kohlenstoffdioxid-Emissionen.

"Darum arbeiten wir auf einen klimaneutralen Gebäudebestand hin. Mit der Sanierung des Neuen Rathauses oder der Technischen Sammlungen zeigen wir, dass wir behutsam mit dem baukulturellen Erbe unserer Stadt umgehen und gleichzeitig etwas für den Klimaschutz tun", sagt Baubürgermeister Stephan Kühn (44, Grüne).

So ist das Gebäude der Technischen Sammlungen einer der größten Energie-Fresser der Stadt. Das liege an alter Technik, Fassaden- und Dachdämmung und Fenstern. "Der energetische Sanierungsbedarf ist hier mit am höchsten, aber damit natürlich auch der Einspareffekt sowohl an Kohlenstoffdioxid als auch Betriebskosten", so Kühn.

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Die Sanierung soll Ende des Jahres starten, bis 2028 dauern.

Alte Fenster, schlecht gedämmte Fassaden: Das Gebäude der Technischen Sammlungen ist einer der größten Energie-Fresser der Stadt.
Alte Fenster, schlecht gedämmte Fassaden: Das Gebäude der Technischen Sammlungen ist einer der größten Energie-Fresser der Stadt.  © Eric Münch
Baubürgermeister Stephan Kühn (44, Grüne)
Baubürgermeister Stephan Kühn (44, Grüne)  © Eric Münch

"Scheune" in der Neustadt soll bis zu sieben Millionen Euro kosten

Aufs neue Veterinär- und Lebensmittel-Überwachungsamt (Oskar-Röder-Straße 8) in Seidnitz kommt noch eine Photovoltaikanlage.
Aufs neue Veterinär- und Lebensmittel-Überwachungsamt (Oskar-Röder-Straße 8) in Seidnitz kommt noch eine Photovoltaikanlage.  © Eric Münch

Weitere 97 Kitas, zwölf Verwaltungsbauten (etwa Rathaus Pieschen) und 15 Kulturbauten (etwa Festspielhaus Hellerau oder Palitzschhof in Prohlis) nimmt sich die Stadt vor.

Darunter auch die "Scheune" (Alaunstraße) in der Neustadt, deren laufende Sanierung (sieben Millionen Euro) bis August 2025 auch begrünte Fassade und Solaranlage vorsieht.

Auch auf dem Neubau des Veterinäramtes in Seidnitz kommt eine Zapfanlage für die Sonne. Im Kita-Neubau Nöthnitzer Straße (Räcknitz) wurde eine Sole-Wasser-Wärmepumpe installiert, die Wärme aus dem Erdreich nutzt.

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Kühn stellte klar, dass wegen des Brandschutzes der Rathausturm auch 2025 nur zu besonderen Anlässen in Kleingruppen (bis fünf Personen) begehbar sein wird.

Stadt erarbeitet Leitfaden mit Öko-Bilanz-Erfassung

Ein regulärer Besichtigungsbetrieb des Rathausturms wird auch 2025 nicht möglich sein.
Ein regulärer Besichtigungsbetrieb des Rathausturms wird auch 2025 nicht möglich sein.  © Eric Münch

Die Stadt erarbeitet außerdem einen Leitfaden mit Öko-Bilanz-Erfassung (Planung, Bau, Nutzung, Abriss), an dem sich künftig alle Bauvorhaben messen lassen sollen.

Titelfoto: Eric Münch

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