Chefin des Jüdischen Frauenvereins läuft bei rechten Demos mit

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Dresden - Empörung bei den "Kritischen Einführungstagen" (Kreta): Nächsten Donnerstag sollte eigentlich Elke Preusser-Franke (84) als Vorsitzende des "Jüdischen FrauenVereins Dresden" (JFVD) bei der für linke Erstsemester gedachten Veranstaltung über jüdische Schicksale sprechen. Doch dann tauchten Fotos von ihr beim größten Neonaziaufmarsch Deutschlands auf. Prompt wurde sie ausgeladen. TAG24 bestätigt sie ihre Teilnahme und versucht sie zu erklären.

2018 sprach Elke Preusser-Franke (heute 84) auf einer Scientology-Veranstaltung in Stuttgart.
2018 sprach Elke Preusser-Franke (heute 84) auf einer Scientology-Veranstaltung in Stuttgart.  © Church of Scientology International

Seit 2022 hilft der JFVD jüdischen Einwanderern aus Osteuropa, in Deutschland anzukommen, arbeitet die Geschichte von Holocaust-Opfern auf, leistet in Schulen Bildungsarbeit und engagiert sich gegen Fremdenfeindlichkeit und Rassismus.

Umso verwunderlicher, dass die Vorsitzende beim sogenannten "Trauermarsch" zum Dresdner Bomben-Gedenken, wo der Holocaust regelmäßig relativiert wird, mitläuft: "Unserer Familie haben damals nicht-jüdische Menschen geholfen", sagt Elke Preusser-Franke TAG24.

"Um die trauere ich, das hat mit Nazis nichts zu tun."

Laut dem LfV missbraucht die rechtsextremistische Szene den Jahrestag

Die JFVD-Vorsitzende lief am 14. Februar 2026 beim zentralen Aufmarsch der deutschen Neonazi-Szene mit.
Die JFVD-Vorsitzende lief am 14. Februar 2026 beim zentralen Aufmarsch der deutschen Neonazi-Szene mit.  © Eric Hofmann

Das sieht unter anderem das Landesamt für Verfassungsschutz (LfV) anders: "Die rechtsextremistische Szene missbraucht den Jahrestag der alliierten Luftangriffe auf Dresden im Zweiten Weltkrieg, um ihre geschichtsrevisionistischen Narrative in die Öffentlichkeit zu tragen", so LfV-Präsident Dirk-Martin Christian (63).

So wurde auch dieses Jahr wieder ein Transparent mit der relativierenden Aufschrift "Bombenholocaust" gezeigt. "Es war nun einmal Mord", sagt die JFVD-Chefin, die auch schon eine Demonstration der "Freien Sachsen" besuchte.

Dass Preusser-Franke keine Berührungsängste bei umstrittenen Organisationen hat, ist nichts Neues: 2018 trat sie als Rednerin bei der Eröffnung der neuen "Scientology"-Filiale in Stuttgart auf.

Titelfoto: Bildmontage: Church of Scientology International, Eric Hofmann

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