Dresden - Wehende Deutschlandflaggen vor Dresdens Schulen könnten Wirklichkeit werden! Im Stadtrat votierte eine klare Mehrheit dafür, Flaggenhissen prüfen zu lassen. Doch zuvor flogen im Rat die Fetzen.
CDU und FDP/Freie Bürger hatten einen entsprechenden Antrag eingebracht. Mit spürbarem Pathos sagte Stadtrat Matthias Dietze (51, CDU): "Wir haben mit Schwarz-Rot-Gold eine einzigartige Flagge, welche nicht aus Monarchie oder Nationalismus heraus geboren ist, sondern aus einer demokratischen Freiheitsbewegung."
Sichtbare Deutschlandflaggen würden das Demokratiebewusstsein fördern, könnten mit Spenden bezahlt werden. Laut Antrag soll sogar eine Vierfachbeflaggung vor Schulen geprüft werden, sodass auch die sächsische, europäische und Dresdner Flagge wehen könnten.
SPD-Fraktionschefin Dana Frohwieser (49) konterte mit einem Ersetzungsantrag, der abgesehen von Beflaggung auch "Demokratiepädagogik" verlangt.
Nicht die Deutschlandfahne, sondern die Europaflagge stehe "ganz, ganz vorn", betonte sie. Schulen sollten auch Regenbogenflaggen aufhängen dürfen! Oder aber anstelle einer Flagge "wichtige Artikel des Grundgesetzes an Schulwänden abbilden".
Flaggen-Antrag geht mit Mehrheit durch
Grüne, Linke und PVP-Fraktion unterstützen die SPD. Demokratiearbeit sei dringend notwendig, denn "die Feinde der Demokratie durchdringen schon lange alle städtischen Institutionen", meinte Jessica Roitzsch (39, PVP-Fraktion) und blickte demonstrativ in Richtung AfD.
Stadtrat Falk Breuer (61, AfD) hatte zuvor fast nur lobende Worte für den Ursprungsantrag gefunden. "Kaum eine andere Nationalflagge Europas steht für die Werte Freiheit, Einheit und Bürgerrechte wie unsere Deutschlandfahne."
Am Ende bekam dieser Antrag eine Mehrheit: CDU, FDP/FB-Fraktion, AfD und Team Zastrow stimmten dafür, die übrigen Fraktionen dagegen. Das BSW enthielt sich.