Dresdens Brunnen verkommen zu "Mückenzuchtanlagen": Deshalb liegen Wasserspiele trocken
Dresden - Passanten bietet sich derzeit ein freudloses Bild: Auf der Prager Straße sprudeln die Pusteblumen nicht. Vor dem Japanischen Palais fehlt die Brunnenfontäne. Am Albertplatz steht das Wasser im Brunnenbecken still. Dabei sollte die Brunnensaison längst im Gange sein.
In vielen Dresdner Brunnen steht das Wasser, es sprudelt nicht - oder nur in kurzen Zeiträumen. Die Tageslaufzeiten mehrerer Springbrunnenanlagen "mussten stark reduziert werden, um auf die Haushaltssperre und die Kürzungen im Nachtragshaushalt zu reagieren", erklärt das Rathaus auf Anfrage.
Die Haushaltssperre hat der Stadtrat zwar mittlerweile aufgehoben, doch laut Stadt soll eine reguläre Brunnensaison weiterhin nicht möglich sein!
Zum einen müssten Fachämter noch auf die Freigabe der Mittel warten. Zum anderen enthalte der Nachtragshaushalt "umfangreiche Einsparungen": Das geplante Strombudget für dieses Jahr sei von 120.750 auf 35.170 Euro gekürzt worden. Das Brunnen-Budget reiche auch nicht aus, um alle defekten Brunnen zu reparieren.
Eine Erklärung, die Fraktions-Chef Holger Zastrow (57, Team Zastrow) auf die Palme bringt. "Aktuell verkommen die Brunnen zu Mückenzuchtanlagen", sagt er.
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"Die Umweltbürgermeisterin kommt immer wieder mit neuen, nicht nachvollziehbaren Argumenten gegen den Brunnenbetrieb. Sie kann es einfach nicht!", poltert der Politiker.
Er erneuert seine Forderung: Die Brunnen-Zuständigkeit solle Eva Jähnigen (60, Grüne) entzogen und OB Dirk Hilbert (54, FDP) übertragen werden.
Titelfoto: Bildmontage: Holm Helis / Eric Münch
