Dresdner Güterbahnhof wird reaktiviert: Anwohner wegen wichtigem Detail verärgert

Dresden - Hier herrscht Tristesse und Verwahrlosung: Seit den 90er-Jahren ist der Güterbahnhof Dresden-Neustadt stillgelegt. Damit soll jedoch bald Schluss sein. Ab März will Infrastrukturbetreiber DB InfraGO die Anlage aus dem Dornröschenschlaf holen. Ein nun veröffentlichter Planfeststellungsbeschluss zeigt das konkrete Vorhaben.

In wenigen Wochen sollen die Rückbauarbeiten für die Reaktivierung des Güterbahnhofs Dresden-Neustadt starten.  © Stefan Häßler

So ist eine sogenannte Spurplanoptimierung vorgesehen. Dazu gehören der vollständige Rückbau und die Wiedererrichtung benötigter Gleise, deren Anzahl die Deutsche Bahn für neue Wege und Beleuchtung reduzieren, aber gleichzeitig deren Nutzlänge erweitern will.

Daneben werden zwei leerstehende Fahrdienstleiter-Häuschen abgerissen und durch ein elektronisches Stellwerk ersetzt. Auch die Eisenbahnüberführung (EÜ) "Harkortstraße" muss einer modernen Variante mit einer stützenfreien Stahlbeton-Brücke weichen, wofür eine Sperrung der Fahrbahn samt Tram-Gleise notwendig wird.

Von den Bauarbeiten ebenfalls betroffen ist die EÜ "Erfurter Straße", deren betriebsnotwendige Elemente durch ein stützenfreies Konstrukt ersetzt werden sollen. Der restliche Teil bleibt denkmalschutzgerecht erhalten. Parallelvollsperrungen darf es dabei laut Eisenbahn-Bundesamt nicht geben.

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Letzter Hauptbestandteil ist die Errichtung von Lärmschutzwänden am Bahndamm im Bereich Moritzburger Platz/Leisniger Straße. Dieses wichtige Projekt-Detail sorgte bei Anwohnern für Unmut, wie SPD-Stadtrat Stefan Engel (33) gegenüber TAG24 erzählte. So hätten sich die Betroffenen an der geplanten Höhe von 4,50 Metern gestört.

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Das Stellwerk "Erfurter Straße" wird abgebrochen.  © Stefan Häßler
Während der Baumaßnahmen kommt der Straßenbahn-Betrieb an der Eisenbahnüberführung "Harkortstraße" zeitweise zum Erliegen.  © Stefan Häßler
Die EÜ "Erfurter Straße" muss teilweise saniert werden.  © Stefan Häßler

Stadt stellt Prüfauftrag für Lärmschutzwände

Stadtrat Stefan Engel (33, SPD) konfrontierte die Deutsche Bahn mit der Anwohner-Kritik.  © Steffen Füssel

Infolge der Kritik haben sich die Sozialdemokraten im vergangenen September mit der Forderung an die DB gewandt, den Einsatz von transparenten Lärmschutzwänden zu prüfen, um eine Trennwirkung zu mindern und eine massive Verschattung der Ostseite zu verhindern.

Auch das Rathaus beklagte einen "enormen Eingriff in das Stadtbild" und erteilte einen Prüfauftrag für mögliche Alternativen, wie eine Anfrage von Stefan Engel ergab.

Im Ergebnis hat sich die DB schließlich für hochabsorbierende, teiltransparente Lärmschutzwände entschieden.

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"Dadurch verbessern wir deren optische Wirkung. Gleichzeitig ermöglicht diese Lösung weiterhin die notwendigen Sicherheitsabstände für die Einrichtung der Flucht- und Rettungswege im unteren, nicht transparenten Bereich", heißt es zur Begründung.

Im Rahmen der Bürgerbeteiligung fiel die Wahl auf teiltransparente Lärmschutzwände.  © Visualisierung: DB InfraGO

Laut DB wird die Durchfahrt der EÜ "Erfurter Straße" im Jahr 2027 zeitweise dicht, die Querung der EÜ "Harkortstraße" in 2028 vorübergehend nicht möglich sein (Radfahrer und Fußgänger weitgehend ausgenommen). Keine Einschränkungen wird es dagegen im Zugverkehr geben. Die Projekt-Fertigstellung soll Mitte 2029 erfolgen.

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