Earth Hour: Dresden schaltet das Licht nicht aus

Dresden - Am heutigen Samstagabend findet weltweit die Earth Hour statt. In Tausenden Städten geht um 20.30 Uhr für eine Stunde das Licht aus. Nicht aber in Dresden. Ein Kommentar.

Alles wie immer: In Dresden bleibt die Skyline erleuchtet, auch während der weltweiten Earth Hour.
Alles wie immer: In Dresden bleibt die Skyline erleuchtet, auch während der weltweiten Earth Hour.  © dpa/Arno Burgi

Im vergangenen Jahr erklärte die sächsische Landeshauptstadt per Mitteilung: "Unter dem Motto 'Licht aus. Klimaschutz an.' schalten viele Menschen für eine Stunde symbolisch das Licht aus."

Und fügte direkt hinten an: "Die Landeshauptstadt Dresden schaltet das Licht nicht aus"!

Während anderswo auf der ganzen Welt die Lichter an Gebäuden von Behörden, Firmenzentralen und Sehenswürdigkeiten erlöschen, bleibt in Dresden also alles wie immer angeschaltet. In diesem Jahr gab es keine Erklärung, weshalb eine Teilnahme an der Aktion ausbleibt.

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Die Stadtverwaltung begründete das Licht-Anlassen damals mit der Modernisierung der Straßenbeleuchtung. "Wir setzen dafür unser Klimaschutzprogramm bei der Straßenbeleuchtung weiter um", hieß es weiter.

Wie bitte? Passiert das nicht gerade auf der ganzen Welt? Alte Glühlampen raus, neue LEDs rein - absoluter Standard - überall, und nicht nur in der sächsischen Großstadt.

"Unter anderem auf der Hansastraße, Teplitzer Straße, Dohnaer Straße, Radeberger Straße, Bahnhofstraße (in Niedersedlitz) sowie in verschiedenen Straßen in den Wohngebieten von Leuben, Wilschdorf und Kaditz" sei auf LED-Beleuchtung umgestellt worden im vorausgegangenen Jahr, feierte sich die Stadt stolz in der Mitteilung. Also auf gerade einmal fünf großen Straßen und einigen kleineren in einer Stadt mit mehr als 500.000 Einwohnern.

Doch Umweltbürgermeisterin Eva Jähnigen (56, Grüne), die übrigens Oberbürgermeisterin werden will, setzte noch einen drauf.

"Jede scheinbar noch so kleine Maßnahme zählt" - aber nicht für die Stadt?

Eva Jähnigen (56, Grüne) rechtfertigt sich dafür, nicht das Licht auszuschalten, wenn es um Energiesparen und Umweltschutz geht.
Eva Jähnigen (56, Grüne) rechtfertigt sich dafür, nicht das Licht auszuschalten, wenn es um Energiesparen und Umweltschutz geht.  © Norbert Neumann

"Wir als Stadtverwaltung arbeiten an diesem Thema ganzjährig und realisieren Maßnahmen", erklärte die Grünen-Politikerin. Eine energiesparende und effiziente Beleuchtung sei "relativ einfach" umzusetzen.

"Gerade beim Thema Energiesparen ist jeder Einzelne gefragt, um einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten." Recht hat sie!

Jähnigen weiter: "Jede scheinbar noch so kleine Maßnahme zählt." Absolut!

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Aber warum nimmt sich die Stadt da raus? Ist die Maßnahme, die Beleuchtung etwa von Frauenkirche, Blauem Wunder und Altmarkt auszuschalten eine zu große?

Die Begründung, dass man auf energiesparende LED-Lampen setze, ist fadenscheinig und einer grünen Umweltbürgermeisterin (sowie OB-Kandidatin!) unwürdig. Dass sie in diesem Jahr nichts dazu sagte, gar noch bitterer.

Titelfoto: dpa/Arno Burgi

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