Fake-Zebrastreifen in der Neustadt: Aktivisten legen erneut Hand an
Dresden - Auf diese Hilfe hätte die Stadtverwaltung gerne verzichtet: Erneut haben Aktivisten des "Widerstands-Kollektivs" eigenmächtig einen Zebrastreifen auf die Straße gemalt. Nun ermittelt die Polizei.
"In der Nacht vom 3. auf dem 4. September haben Ehrenamtliche des Widerstands-Kollektivs mit einer Malaktion einer fünfjährigen Forderung nach mehr Rücksicht auf vulnerable Personengruppen Nachdruck verliehen", schreibt die Gruppe, die zum Teil aus Aktivisten der aufgelösten "Letzten Generation" hervorgeht.
"Die Charlottenstraße ist ein wichtiger Weg für Familien im Waldschlößchenviertel." In der Nähe befinde sich eine Grundschule, viele Eltern mit Kindern seien dort unterwegs. Deswegen habe man dort auf Höhe der Angelikastraße eine Querungshilfe geschaffen.
Tatsächlich hatte der Stadtbezirksbeirat im Jahr 2021 auf Antrag der SPD 25 neue Zebrastreifen in der Neustadt gefordert, darunter einen in der Charlottenstraße. "Nach fünf Jahren gibt es immer noch keine Lösung", so einer der Aktivisten.
"Gerade bei Schul- und Kitawegen darf es nicht zu langwierigen, erfolglosen Prüfverfahren kommen. Die Verkehrsinsel ist durch die lange Gerade gut einsehbar und eignet sich bestens für einen Zebrastreifen. Deshalb haben wir ihn nun selbst gemacht."
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Die Zebrastreifen-Aktion hat nun ein Nachspiel für die Aktivisten
Weniger begeistert zeigt sich die Polizei: "Uns wurde das 7.14 Uhr gemeldet", sagt Polizeisprecher Uwe Hofmann (41). "Wir ermitteln wegen gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr und Sachbeschädigung." Das Straßen- und Tiefbauamt wiederum muss sich nun um die Beseitigung kümmern.
Es ist nicht der erste Fake-Zebrastreifen: Ende Juli vergangenen Jahres malten die Aktivisten einen Zebrastreifen auf die Glacisstraße. Auch hier ließ die Stadt ihn entfernen, beschloss aber kurz darauf, genau an dieser Stelle einen offiziellen Fußgängerüberweg einzurichten.
Titelfoto: Widerstands-Kollektiv
