Dresden - Zwei Tage sind rum. Zu Beginn noch im Winterschlafsack, schält sich Familienvater Michael Rednik (57) am Mittwoch für das Gespräch mit TAG24 heraus und wirkt lebhafter als noch Tags zuvor.
Seit Montagvormittag befindet er sich im trockenen Hungerstreik, isst und trinkt nach eigenen Angaben nichts. Anwohnerinnen bringen warmes Essen für die noch nicht streikende Rest-Familie vorbei.
"Heute morgen war das Jugendamt und ein Verfahrensbeistand vom Amtsgericht da", berichtet Mutter Annette (51) am Mittwoch. Sie erkundigten sich offenbar nach dem Wohl von Tochter Zarina (10).
"Ab dem Vorliegen einer akuten Gefährdung muss das Jugendamt zum Schutz tätig werden", heißt es auf Nachfrage von der Stadt.
Dem für 9 Uhr anberaumten Psycho-Check beim Ordnungsamt kamen Vater Michael und Mutter Annette nicht nach.
Es ist mittlerweile die 12. Woche auf der Straße für die Familie Rednik. Dem konnte und wollte ein TAG24-Leser nicht länger tatenlos zuschauen und meldete sich.
Familie Rednik winkt dankend ab
Vom Schicksal der Familie berührt, möchte Waheed Al-Ali (32) der Familie nun seine Wohnung in Gorbitz zur Verfügung stellen.
"Ich bin sogar bereit, während dieser Zeit selbst in einem Hostel zu übernachten", meint der Palästinenser, der mittlerweile neun Jahre in Deutschland lebt und selbst erst seit einem Jahr seine eigenen vier Wände hat. "Ich weiß, wie es ist, keine eigene Wohnung zu haben", so Al-Ali.
Doch die Familie Rednik winkt dankend ab und beharrt: "Die einzige Option ist und bleibt unser rechtmäßiges Zuhause auf der Stephensonstr. 21."
Am Donnerstag hat Vater Michael seinen dritten vollen Streiktag hinter sich. Es droht Lebensgefahr.