Hilfe, Nacktschnecken fallen über unsere Gärten in Dresden her!

Dresden - Schnecken-Alarm in Dresdens Gärten!

Kommen sogar ins Hochbeet: Gärtnerin Maria Grna (33) am zerfressenem Basilikum mit den schleimigen Übeltätern.
Kommen sogar ins Hochbeet: Gärtnerin Maria Grna (33) am zerfressenem Basilikum mit den schleimigen Übeltätern.  © Holm Helis

Unzählige Nacktschleimer fallen derzeit ins Grün ein, fressen ganze Beete kahl. Die unappetitlichen Kriecher profitieren vom feucht-warmen Wetter, vermehren sich rasant, sind kaum aufzuhalten. Mit einigen Tricks können Sie die Plage aber zumindest eindämmen.

Der Winter war mild, die vergangenen Monate feucht: Das Ergebnis schleimt sich in Massen durch die Beete, bereitet Gärtnern Kopfzerbrechen.

"In diesem Jahr ist es besonders schlimm", sagt die studierte Gärtnerin Maria Grna (33) vom Verein Uferprojekte Dresden, der in der "Alten Gärtnerei" in Pieschen (Heidestraße) große Flächen bepflanzt.

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Salate, Erdbeerspinat, Bohnenpflanzen, Basilikum oder Himbeeren: "Die Nacktschnecken zerfressen quasi alles, gehen sogar in Hochbeete. Besonders ärgerlich ist das vor allem bei Jungpflanzen", sagt die Expertin.

Auch Hobbygärtnerin Annushka Sonek (41) klagt über Schleimspuren und Löcher an ihren Pflanzen. "Ab Nachmittag wird der Boden dunkel. Die haben meine ganzen Zucchini über Nacht zerfressen."

Auch am Sauerampfer haben sie Spuren hinterlassen.
Auch am Sauerampfer haben sie Spuren hinterlassen.  © Holm Helis
Schleim-Alarm: In diesem Jahr ist die Plage besonders schlimm.
Schleim-Alarm: In diesem Jahr ist die Plage besonders schlimm.  © Holm Helis
Elisa Baumgarten (34) zeigt ihre Brettfalle, unter der sich allerlei Schleimer angesammelt haben.
Elisa Baumgarten (34) zeigt ihre Brettfalle, unter der sich allerlei Schleimer angesammelt haben.  © Holm Helis
Die eingesammelten Nacktschnecken und deren Eier am besten in einen Eimer geben und kochendes Wasser hineingießen.
Die eingesammelten Nacktschnecken und deren Eier am besten in einen Eimer geben und kochendes Wasser hineingießen.  © Holm Helis
Eine Totholzhecke unterstützt die natürlichen Feinde der Nacktschnecke.
Eine Totholzhecke unterstützt die natürlichen Feinde der Nacktschnecke.  © Holm Helis

Brettfalle kann helfen

Kaum oder gar nicht schützt hingegen ein Schutzkreis aus Eierschalen.
Kaum oder gar nicht schützt hingegen ein Schutzkreis aus Eierschalen.  © Holm Helis

In Kleingärten und im Netz diskutieren Anfänger und Profis lebhaft, wie sie der Plage Herr werden können. Wenig bis gar nicht helfen dabei Tricks wie Eierschalen oder Mulch auslegen. Bierfallen ziehen eher noch mehr Schnecken aus der Umgebung an.

Was besser funktioniert, weiß die studierte Gärtnerin Elisa Baumgarten (34). "Wir haben eine Totholzhecke angelegt. Auch ein Haufen mit Reisig ist möglich. Das hilft Igeln, Spitzmäusen, Laufkäfern und Erdkröten, den natürlichen Feinden der Nacktschnecken."

Sinnvoll sei auch eine Brettfalle: Holzbrett (oder Stein) flach auslegen. Am nächsten Früh die Eier und Schnecken einsammeln. Die können in einem Eimer mit kochendem Wasser getötet werden. Gut auch ein Schneckenschutzring aus Metall mit Pfalz um die Pflanzen.

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Oder Fadenwürmer (Nematoden) kaufen, in Wasser geben und das über die Erde streuen. Auf eine ähnliche Spezialwaffe setzt Hobbygärtner Heinz Rotzsche (65): "Ich habe mir vier Laufenten besorgt. Die fressen die Plage-Geister."

Nicht alle sind schädlich

Wunderwaffe gegen Nacktschnecken: Indische Laufenten fressen die Schleimer im Akkord.
Wunderwaffe gegen Nacktschnecken: Indische Laufenten fressen die Schleimer im Akkord.  © imago images/blickwinkel

Nicht alle Nacktschnecken sind schädlich. Problematisch ist laut Landesumweltamt die Spanische Wegschnecke, die sich als invasive eingeschleppte Art um 1990 in Sachsen etabliert hat.

Abhängig von den Bodenverhältnissen und anderen Faktoren habe sie sich gebietsweise unterschiedlich schnell und stark angesiedelt. Auf bindigen Böden wie Lehm oder Mergel kommt sie auch in trockenen Jahren zurecht.

Sandböden bereiten ihr Probleme. Nützlich sind hingegen Tigerschnegel und Weinbergschnecke. Sie fressen sogar schädliche Arten und deren Gelege.

Auch die Schnirkelschnecken-Arten machen kaum Schaden.

Titelfoto: Holm Helis

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