Dresden - Mit "privaten Feiern": Die Investoren Thomas Bohn (58) und Oliver Kreider (60) haben der Stadtverwaltung ihr Konzept zum Lingnerschloss vorgelegt. Bis zum Ratsentscheid (3. September) bleibt die Zukunft des Areals jedoch offen. Dennoch werden für die bestehende Gastro bereits jetzt Tatsachen geschaffen – die Lingnerterrassen sollen bis Ende der Woche ausziehen.
Von den insgesamt 41 Gastro-Kräften, die aktuell das Restaurant Lingnerterrassen in der Orangerie und den angeschlossenen Biergarten betreiben, sind einige schon seit 2009 auf dem Schlossareal tätig.
"Wir hoffen bis zuletzt auf einen Kompromiss, wollen unseren Vertrag verlängern bis zum Ratsentscheid, der ja erst Klarheit bringt", sagt Lingnerterrassen-Gesellschafter Carsten Dietmann (63), Ex-Geschäftsführer der DDV-Mediengruppe, zu der auch TAG24 gehört.
Er bewirbt sich mit weiteren Mitstreitern der "Investorengruppe Lingnerschloss" selbst um die Übernahme des Erbpachtvertrages.
Der zuständige Insolvenzverwalter Lucas Flöther (52), der den Deal mit Bohn und Kreider eingefädelt hatte, lässt über einen Sprecher mitteilen: Ein neuer Vertrag mit Dietmann sei alleine schon aus Gründen der Interessenkollision im Bieterprozess ausgeschlossen.
Viele Fragen weiter offen
"Wenn wir mit unserer Großküche inklusive Kühlhäusern und Herdstrecke sowie Inventar herausmüssten, wäre die Schloss-Gastro für die Dresdner zerstört", so Dietmann. "Um das zu verhindern, erwägen wir, es auf eine Räumungsklage ankommen zu lassen."
Die Investoren wollen die Orangerie nach Auszug der Lingnerterrassen energetisch sanieren und künftig als Veranstaltungsbereich nutzen. Sie biete Raum für Empfänge, Caterings, kulturelle Veranstaltungen sowie private und öffentliche Anlässe, so Sprecherin Annett Reeder (56). Ein Café soll es künftig im Erdgeschoss des Schlosses geben, eine Vinothek im Schweizer Haus.
Den Biergarten soll ab 2. August das Spitzhaus-Radebeul-Team übernehmen. Gastgeber Marco Stelter (47) kündigte Gerichte wie Sauerbraten, Ente sowie "Tagessuppen zu erschwinglichen Preisen" an.
Allerdings zunächst nur interimsmäßig bis Ende September. Davor wird sich ohnehin erst mal entscheiden, ob Bohn und Kreider das Lingnerschloss überhaupt übernehmen dürfen.