Leere Teller im Städtischen Klinikum Dresden: Gastro-Anbieter in der Kritik!

Dresden - Nach der Wende wurde die Speisen-Versorgung des Städtischen Klinikums ausgegliedert und privatisiert. Seitdem wechselten mehrfach Anbieter. Nun gibt es Probleme mit dem aktuellen Caterer, die Patienten und Klinik-Mitarbeiter Ärger bereiten. Darum fordern jetzt Linke und Gewerkschaften, die Verpflegung wieder in die eigenen Hände zu nehmen.

"Gute Ernährung kann dazu beitragen, schneller gesund zu werden": Im Juli 2021 freute sich das Klinikum über den neuen Essens-Anbieter "Primus Service".
"Gute Ernährung kann dazu beitragen, schneller gesund zu werden": Im Juli 2021 freute sich das Klinikum über den neuen Essens-Anbieter "Primus Service".  © Archiv/Städtisches Klinikum Dresden

Mahlzeit! Seit 2021 versorgt Gastro-Anbieter "Primus Service" (Tochterfirma der Malteser, Sitz in Köln) das Städtische Klinikum (Standorte in Friedrichstadt, Neustadt/Trachau, Weißer Hirsch und Löbtau) mit Verpflegung.

In Dresden bereiten rund 100 Mitarbeiter täglich 1600 Portionen für Mitarbeiter und Patienten zu.

Ein Großteil der Kräfte verdiene dabei nur Mindestlohn, es gebe keine Tarifbindung, kritisiert Romy Grahnert (35) von der Gewerkschaft NGG (Nahrung-Genuss-Gaststätten).

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Die Primus-Mitarbeiter seien entsprechend unzufrieden.

Die Cafeteria des Städtischen Klinikums am Weißen Hirsch musste bereits mehrmals schließen.
Die Cafeteria des Städtischen Klinikums am Weißen Hirsch musste bereits mehrmals schließen.  © Ove Landgraf
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Missmut über leere Teller: Auch Klinik-Sozialarbeiterin Dorit Hollasky (52, auch bei ver.di) war vom Engpass auf dem Weißen Hirsch betroffen.
Missmut über leere Teller: Auch Klinik-Sozialarbeiterin Dorit Hollasky (52, auch bei ver.di) war vom Engpass auf dem Weißen Hirsch betroffen.  © Thomas Türpe

Cafeteria wegen Personalmangels dicht!

Über die Qualität des Essens gab es keine Beschwerden.
Über die Qualität des Essens gab es keine Beschwerden.  © privat

Wegen Personalmangels (auch krankheitsbedingt) und finanziellen Drucks beim Anbieter sei es im letzten halben Jahr wiederholt zur wochenweisen vollständigen Schließung der Cafeteria am Standort Weißer Hirsch (auch Psychiatrie) gekommen, sagt die dort arbeitende Sozialarbeiterin Dorit Hollasky (52), die auch für Ver.di spricht.

"Es gab keine Essensausgabe für das Personal. Auch Patienten konnten keine Getränke, Kuchen oder Imbiss erwerben." Auch am Standort in Löbtau sei die Cafeteria nur noch eingeschränkt geöffnet, was auch dort für Missmut sorge. Primus äußerte sich zunächst nicht.

Die Versorgung der Patienten mit regulären Mahlzeiten war aber gewährleistet, auch die Qualität des Essens sei in Ordnung.

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Um die Versorgung künftig jedoch in vollem Umfang sicherzustellen, auch bessere Kontrolle zu haben, soll die Speisen-Versorgung wieder das Klinikum selbst übernehmen oder zumindest ein kommunaler Betrieb (damit auch Tariflohn), fordern die Gewerkschaftsvertreter sowie Linken-Stadtrat Jens Matthis (57) von OB Dirk Hilbert (52, FDP) und Klinikleitung.

Linken-Stadtrat Jens Matthis (57) will die ausgegliederte Speisen-Versorgung wieder in städtische Hände bringen.
Linken-Stadtrat Jens Matthis (57) will die ausgegliederte Speisen-Versorgung wieder in städtische Hände bringen.  © Thomas Türpe

Das letzte Wort hat der Stadtrat.

Titelfoto: Bildmontage: Ove Landgraf, Thomas Türpe

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