Dresden - Die Absage der traditionellen Dixieland-Parade ist ein Trauerspiel für die Stadt. Der Veranstalter sieht den Schwarzen Peter beim Rathaus wegen zu kurzfristig übermittelter Sicherheitsauflagen, die Verwaltung sieht selbst "kein Versäumnis". Neue Kritik kommt jetzt von verschiedener Seite.
Laut Veranstalter habe man trotz Antragstellung im vergangenen Jahr erst zehn Tage vor Beginn des 54. Festivals (10. bis 17. Mai) konkretisierte Sicherheitsanforderungen etwa für Schutzmaßnahmen gegen Amokfahrten erfahren, konnte so keine rechtssichere Planung mehr leisten.
Das Rathaus sieht keine Schuld bei sich und spricht von "überschaubaren Änderungsanliegen".
"Die Absage der Dixieland-Parade ist eine bittere Enttäuschung. So etwas darf einfach nicht passieren. Die Stadt muss frühzeitig mit Veranstaltern kommunizieren", kritisiert der SPD-Landtagsabgeordnete Albrecht Pallas (46). "Bei allem Verständnis für Sicherheitsbelange müssen sich Veranstalter auf frühzeitige Auflagen und Vereinbarungen verlassen können."
CDU-Stadtrat Mario Schmidt (51) spricht von einem "fehlenden Verantwortungsbewusstsein innerhalb der Stadtverwaltung".
Sein Parteikollege Steffen Kaden (56) will das Gespräch mit dem Rathaus suchen, "aufklären und Verbesserungen einfordern". Die jetzige Entwicklung werfe Fragen nach der Handlungsfähigkeit und Kommunikation innerhalb der Verwaltung auf.
Dixieland-Parade: Keine Hoffnung mehr für dieses Jahr
"Viele Besucherinnen und Besucher reisen gezielt wegen dieses besonderen Höhepunktes in die Stadt", bedauert der Tourismusverband Dresden (TVDD).
Vom Festival profitierten Hotellerie, Gastronomie und Einzelhandel ebenso wie die überregionale Wahrnehmung der Stadt als Kultur- und Veranstaltungsstandort. Eine Absage dieser Größenordnung könnte Dresdens Ruf belasten.
Der Verband hofft auf konstruktive Gespräche aller Beteiligten, damit die Parade in den kommenden Jahren wieder stattfinden kann.
Für den diesjährigen Umzug bestehe laut Dixie-Sprecher Hendrik Meyer (61) definitiv keine Hoffnung mehr.