Mammutprojekt für 80 Millionen Euro: Der Geberbach soll Dresdens "Blaues Band" werden

Dresden - Es ist ein Mammutprojekt, das sich das Rathaus vorgenommen hat. Doch wenn es gelingt, haben die Menschen im Dresdner Südosten mit dem "Blauen Band Geberbach" in einigen Jahren eine neue grüne Oase vor der Haustür. Dafür wurden in den vergangenen zwei Jahren mögliche Varianten erarbeitet, die nun vorgestellt werden.

Katja Schumann (43) vom Umweltamt und Planer Steve Kobsch (40) zeigen, wie es an der Salzburger Straße einmal aussehen soll. Die wird nach Osten verlegt und an ihrer Stelle fließt der Geberbach.
Katja Schumann (43) vom Umweltamt und Planer Steve Kobsch (40) zeigen, wie es an der Salzburger Straße einmal aussehen soll. Die wird nach Osten verlegt und an ihrer Stelle fließt der Geberbach.  © Holm Helis

Das Projekt umfasst Pläne für einen vier Kilometer langen grünen Korridor zwischen der Mügelner Straße in Prohlis und der Elbe.

In dem soll der Geberbach aus den unterirdischen Rohrleitungen ans Tageslicht geholt, ein begleitender Grünzug mit Geh- und Radwegen geschaffen und attraktive Aufenthaltsbereiche angelegt werden.

Neben dem Erlebnis- und Erholungswert für die Anwohner will die Stadt damit gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe schlagen. So sollen beispielsweise der Hochwasserschutz und das Stadtklima verbessert und Impulse für andere Projekte gegeben werden.

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"Wir können damit viele Infrastrukturprobleme lösen", sagt die Projektleiterin im Umweltamt, Katja Schumann (43).

Die Kreuzung Salzburger Straße/Pirnaer Landstraße soll umgebaut und das Umsteigen an der Haltestelle Lassallestraße verbessert werden.
Die Kreuzung Salzburger Straße/Pirnaer Landstraße soll umgebaut und das Umsteigen an der Haltestelle Lassallestraße verbessert werden.  © Holm Helis

Mammutprojekt kostet nach Schätzungen 80 Millionen Euro und soll 2032 abgeschlossen sein

Umweltbürgermeisterin Eva Jähnigen (55, Grüne) informierte zum aktuellen Planungsstand des Projekts.
Umweltbürgermeisterin Eva Jähnigen (55, Grüne) informierte zum aktuellen Planungsstand des Projekts.  © Holm Helis

Zu den Ideen gehören auch Highlights wie eine Radwegbrücke am Toeplerpark über den Altelbarm und der "Gläserne Bach", bei dem unter den Bahnbrücken am Seidnitzer Weg wie bei einem Aquarium der Blick in den Geberbach mit seinen Bewohnern möglich sein soll.

"Ab Anfang 2022 wollen wir die Variantenüberlegungen der Öffentlichkeit vorstellen", sagt Umweltbürgermeisterin Eva Jähnigen (55, Grüne).

Bis Ende 2022 soll sich dann eine Vorzugsvariante herauskristallisieren, über die der Stadtrat entscheidet. Danach müssen Detailfragen geklärt, Genehmigungen eingeholt und Fördermittel organisiert werden.

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Die werden auch gebraucht. Die grobe Kostenschätzung geht von 80 Millionen Euro aus.

Die praktische Umsetzung könnte dann 2028 starten - und wenn alles ideal läuft, 2032 abgeschlossen sein.

So könnte es im Gewerbegebiet am Seidnitzer Weg einmal aussehen.
So könnte es im Gewerbegebiet am Seidnitzer Weg einmal aussehen.  © Landeshauptstadt Dresden
Für den Altelbarm gibt es mehrere Ideen.
Für den Altelbarm gibt es mehrere Ideen.  © Landeshauptstadt Dresden

Grünflächen an der Reitbahnstraße sollen zum Bienenparadies werden

Die Grünflächen rund um den Parkplatz Reitbahnstraße werden zu Streublumenwiesen.
Die Grünflächen rund um den Parkplatz Reitbahnstraße werden zu Streublumenwiesen.  © Steffen Füssel

Die Stadt blüht aber nicht nur entlang des Geberbachs auf: Auch die städtischen Grünflächen rund um den Parkplatz Reitbahnstraße sollen im nächsten Jahr zu bienenfreundlichen Streublumenwiesen werden.

Das wurde zwar bereits im September 2020 vom Stadtbezirksbeirat Altstadt beschlossen, scheiterte danach aber erst an der Finanzierung und dann an den Kapazitäten der Dienstleistungsunternehmen.

Mit gut einjähriger Verspätung wurden die Streublumenwiesen nun jedoch auf einer Fläche von 8000 Quadratmetern angelegt.

"Ich freue mich, dass die Umweltbürgermeisterin Frau Jähnigen hier geholfen hat und das Projekt schließlich mit eigenen Haushaltsmitteln umgesetzt hat", sagt CDU-Stadtbezirksbeirat Lutz Hoffmann (38).

Damit werde zahlreichen Kleintieren und Insekten ein Lebensraum gegeben und die Lebensqualität der Anwohner aufgewertet.

Titelfoto: Holm Helis

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