Dresden - Seit Jahrzehnten wünschen sich Dresdner eine richtige Badestelle an der Kiesgrube Leuben. Bislang ist der Wasserspaß dort verboten, forderte bereits Todesopfer. Nach Beschlüssen im Stadtrat plant die Verwaltung jetzt am südlichen See eine "geregelte unbewachte Badestelle".
Wo heute immer wieder Müll zurückgelassen wird, verbotene Lagerfeuer und Grill-Feste gefeiert werden, Trampelpfade zu teils gefährlichen Abbrüchen führen, Familien und Spaziergänger unverhofft von Nacktbadern im Schilf überrascht werden, soll Ordnung einkehren und eine Naherholungsoase entstehen.
"Für mich ist das ein Glückstag", sagt Stadtbezirksamtsleiter Jörg Lämmerhirt (59). Endlich werde an dem künstlichen See eine offizielle Badestelle eingerichtet, was sich Leute schon seit 30 oder 40 Jahren wünschten.
Als Standort wurde das nordöstliche Areal am Südsee bestimmt, wo bereits heute die meisten Leute (illegal) baden. Geprüft wurde bereits die Standsicherheit der Uferbereiche und der Seegrund.
Geplant sind ein flach auslaufender Strandbereich, die Abgrenzung der Badezonen (Nichtschwimmer und Schwimmer) auch zur Wasserskianlage durch Bojen, Beschilderung ("Baden auf eigene Gefahr"), barrierearme Zugänge, Sitze, Radständer und WC.
Nun starten vertiefende Planung und Vorbereitung des Genehmigungsverfahrens
Dauerhafte Hochbauten oder größere Versiegelungen sind in dem Landschaftsschutzgebiet nicht vorgesehen, dafür Naturschutz-Tabuzonen.
Um gefährliche Einstiege an steilen oder ungeeigneten Stellen, wo bereits Menschen ertranken, künftig zu verhindern, sollen wilde Trampelpfade verschwinden, Schilfgürtel und Weidengehölze gepflanzt werden.
Auch einen kleinen FKK-Bereich könnte es im Norden geben. Nun starten vertiefende Planung und Vorbereitung des Genehmigungsverfahrens.
Spätestens bis zur Bundesgartenschau (BUGA) 2033 soll das Areal mit Trümmerberg, Wegen, Wasserskianlage und Badestelle als Ort der Erholung, Bewegung und Naturerlebnis im direkten Wohnumfeld dienen, freut sich BUGA-Geschäftsführer Marcel Timmroth (38).
Im Budget sind dafür 19 Millionen Euro eingeplant. Davon 470.000 Euro für die Badestelle, für die dann der Eigenbetrieb Sportstätten zuständig sein soll. Schon jetzt soll es Kontrollen gegen Griller und Co. geben und Mülltonnen aufgestellt werden.