Nach Erdbeben-Katastrophe in seinem Heimatland: Künstler will 101 seiner Werke spenden

Dresden - Nicht 10, nicht 20, nicht 50 Prozent. Den gesamten Erlös aus dem Verkauf von 101 Kunstwerken spendet der in Dresden lebende Künstler Esteban Velazquez von Wilhelm (46) an die Opfer der Erdbebenkatastrophe in seinem Heimatland Venezuela. Am Montag startet die beeindruckende Aktion.

Bilder, wohin das Auge schaut: der Künstler Esteban Velazquez von Wilhelm (46) in seinem Schaffensreich.  © Petra Hornig

"Mein Herz wird ganz schwer, die vielen erschütternden Nachrichten aus Venezuela sind kaum zu ertragen", sagt Esteban in seinem Wurzener Galerie-Atelier.

"Ein ehemaliger Kommilitone meiner Schwester, der oft bei uns zu Hause war und quasi zur Familie gehörte, wird noch vermisst. Er war in einem zwölfstöckigen Hochhaus in Caracas, das eingestürzt ist." Es wird sofort still in den riesigen Räumen, die vor Farbe explodieren.

Dann zeigt Esteban die Gemälde und Zeichnungen, von denen er sich trennen will. Das Spektrum reicht von Postkartengröße (ab 100 Euro) bis zum 3 × 2 Meter großen Gemälde "Hoffest" für 75.000 Euro.

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Bewusst hat Esteban auch Promi-Porträts (etwa Wolfgang Joop, Gloria von Thurn & Taxis, Jens Spahn) ausgesucht und die Originale zwecks Kauf angeschrieben.

"Aber auch ganz normale Menschen können etwas erwerben, oder Unternehmen, die etwas Repräsentatives fürs Foyer oder die Chefetage suchen", sagt Esteban.

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Das "Hoffest" - die 3 × 2 Meter große, imposante Arbeit ist für eine Spende von 75.000 Euro zu haben.  © Petra Hornig
Esteban breitet kleine Arbeiten in seinem Atelier zum Verkauf aus.  © Petra Hornig

Esteban Velazquez von Wilhelm: "Möchte zeigen, dass Kunst auch eine Form von Solidarität sein kann"

Nach dem Erdbeben in Venezuela: Die Zahl der geborgenen Todesopfer steigt täglich.  © Javier Campos/AP/dpa

"Das Geld geht auch nicht an mich, sondern mit Kennwort-Vermerk direkt auf das Konto der Aktion 'Deutschland Hilft'. Der Käufer schickt mir dann die Spendenbescheinigung und erhält das Kunstwerk."

Sollten alle Kunstwerke verkauft werden, ergäbe sich eine Spende von 449.280 Euro!

"Mit der Öffnung meines Archivs, dem Verkauf von Arbeiten, die seit 2014 in München, Dresden und Wurzen entstanden sind, möchte ich zeigen, dass Kunst auch eine Form von Solidarität sein kann."

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Alle Kunstwerke sind ab Montag in einer Online-Galerie unter vonwilhelmart.de zu sehen.

Am 10. Juli (ab 15 Uhr) findet außerdem eine öffentliche Präsentation im Wurzener Atelier des Künstlers, in der ehemaligen Leuchten-Manufaktur im Badergraben, statt.

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