Nicht nur für Blinde ein Erlebnis: Stadtmuseum zeigt Dresdner Bauten als 3D-Modell

Dresden - Das Dresdner Stadtmuseum will inklusiver werden und macht mit der Ergänzung seiner knapp 20-jährigen Dauerausstellung um zwei tastbare Modelle einen Anfang.

Die haptische Erkundung der Yenidze ist ausdrücklich erwünscht.
Die haptische Erkundung der Yenidze ist ausdrücklich erwünscht.  © Petra Hornig

Die 1909 fertiggestellte Zigarettenfabrik Yenidze und die 1840 errichtete, 1938 zerstörte Alte Synagoge sollen haptisch erfahrbar werden. Die Yenidze ist zusätzlich mit einem komplexen Audiosystem verbunden.

Die Modelle, 2021 gemeinsam mit dem Blinden- und Sehbehindertenverband Sachsen erstellt, sind seit Neuestem in die Dauerausstellung integriert.

Damit will das Stadtmuseum neue Zielgruppen erreichen - immerhin leben in Dresden 519 Blinde (Stand 2022). "Unsere Ausstellung soll für die gesamte Stadtgesellschaft erschließbar sein. Hier haben wir etwa in Bezug auf Sehbehinderte Lücken entdeckt", erklärt Museumsdirektorin Christina Ludwig (36).

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Ob in Kürze weitere tastbare Stadtgebäude hinzukommen, ist ungewiss: "Ohne Fördergelder können taktile Modelle nicht umgesetzt werden", sagt Museums-Sprecher Richard Stratenschulte (64).

Die Davidsterne der Alten Synagoge tastbar zu machen, sei eine Herausforderung gewesen, meint der Museumspädagoge des Stadtmuseums Robert Mund.
Die Davidsterne der Alten Synagoge tastbar zu machen, sei eine Herausforderung gewesen, meint der Museumspädagoge des Stadtmuseums Robert Mund.  © Petra Hornig
Museumsdirektorin Christina Ludwig (36) hofft, das Stadtmuseum über Tastmodelle inklusiver zu machen.
Museumsdirektorin Christina Ludwig (36) hofft, das Stadtmuseum über Tastmodelle inklusiver zu machen.  © Thomas Türpe

Die Entwicklung sei komplex, schon wegen des speziellen Materials: Es muss besonders robust sein, andererseits aber die Feinheiten der Gebäude möglichst detailgetreu wiedergeben können.

Titelfoto: Petra Hornig

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