Niemand hat die Absicht... Warum soll der Volkspark nicht mehr Volkspark heißen?
Dresden - Was hat man in der Stadtverwaltung nur gegen den Volkspark Briesnitz? Schon 2024 wollte sie einen Teil der historischen Anlage (1929 eingeweiht) in "Briesnitzer Park Nord" umtaufen. Der Name "Volkspark" erscheine "nicht mehr zeitgemäß", hieß es in einer Rathausvorlage. Jetzt droht dem südlichen Abschnitt dasselbe Schicksal.
Damals revoltierte der Stadtrat gegen die geplante Umbenennung und forderte klipp und klar: "Der Name Volkspark Briesnitz soll auch zukünftig beibehalten werden." Schließlich erklärte Baubürgermeister Stephan Kühn (46, Grüne), es habe sich um ein Versehen gehandelt.
Doch nun dasselbe Spiel mit der südlichen Parkhälfte! Rückblick: Seit 1938 trennt die Meißner Landstraße den Volkspark in eine nördliche und eine südliche Hälfte.
In der DDR wurden weite Teile umfunktioniert, im Norden entstand das "Theater Junge Generation". Nach der Wende wollten Bürger den Volkspark wiederbeleben, bis nächstes Jahr läuft ein Riesen-Sanierungsprojekt.
Trotzdem geht die Posse um den Parknamen weiter! Anstatt die gesamte Anlage schlicht Volkspark zu nennen, hat die Stadt den Namen "Briesnitzer Park Süd" für die südliche Fläche vorgesehen.
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Im Süden hält Verwaltung an ihrer Linie fest
Auf TAG24-Anfrage behauptet die Stadt sogar, dass es den eigentlichen Volkspark gar nicht mehr gebe. Daher müssten Nord- und Südteil auch verschieden heißen.
"So wird der nördliche Teil des ehemaligen Volksparks weiterhin als 'Volkspark Briesnitz' bezeichnet und der südliche Teil 'Briesnitzer Park Süd'. Es handelt sich aber nicht um eine Umbenennung", beteuert das Rathaus.
Dabei lag es nur am Stadtrats-Protest, dass der nördliche Teil weiter "Volkspark" heißen darf. Im Süden hält die Verwaltung an ihrer Linie fest!
Stadtbezirksbeirat Torsten Nitzsche (51, Freie Wähler) hat dafür kein Verständnis: "Das ist typisch Verwaltung. Der Begriff Volk soll offenbar möglichst nicht verwendet werden."
Historisch gehöre auch die südliche Parkhälfte zum Volkspark, betont er. "Mit der faktischen Umbenennung vernichtet man quasi die Geschichte."
Titelfoto: Bildmontage: Steffen Füssel, Norbert Neumann

