Radfahrer strampelt sich für Dresdner Kinder ab
Dresden - Während andere gemütlich das Jahr ausklingen lassen, hatte der Dresdner Matthias Breitkopf (48) noch eine Mission. Für das Kinder- und Jugendtrauerzentrum Lacrima radelte der passionierte Radfahrer virtuell den legendären Alpe d'Huez zehnmal hoch, insgesamt 250 Kilometer und 10.396 Höhenmeter in fast 20 Stunden.
Auf der Plattform "Zwift" kann man virtuell Rad fahren und den Alpe du Zwift erklimmen. Dieser ist angelehnt an das legendäre französische Skigebiet Alpe d'Huez.
Der 48-Jährige weiß jedoch: "Nur weil es virtuell ist, heißt es nicht, dass es nicht anstrengend ist."
Wie ist es überhaupt zu der verrückten Aktion gekommen? "Eigentlich bin ich nur gern draußen unterwegs und fahre unheimlich gern Fahrrad", sagt er. "Aber ich wollte Sport mit etwas Sinnvollem verbinden. Vor einiger Zeit habe ich überlegt, was man Gutes tun kann, und seitdem ist es ein jährliches Herzensprojekt."
Jede Auffahrt hatte einen Paten, die Tour wurde live gestreamt und die Spenden gehen zu 100 Prozent ans Zentrum.
"Solange ich reden kann, bin ich nicht zu schnell. Lieber langsam ankommen als schnell aufgeben", so seine Strategie.
Tour de Lacrima 2025 ist bereits fünfte Spendentour von Breitkopf
Das Lacrima-Zentrum in der Altstadt begleitet Kinder und Jugendliche, die einen nahestehenden Menschen verloren haben.
"Wir machen präventive Trauerarbeit und finden gemeinsam mit den Kindern und Jugendlichen einen Weg, mit ihrer Trauer umzugehen", erklärt Danilo Schulz (42), Sprecher der Johanniter Dresden.
Aktuell werden 55 junge Menschen betreut - aufgeteilt in Gruppen von fünf bis elf, zwölf bis 18 Jahren und junge Erwachsene. Unterstützt werden sie von 23 ehrenamtlichen Trauerbegleitern und einem hauptamtlichen Koordinator.
Die Tour de Lacrima 2025 ist bereits die fünfte Spendentour von Breitkopf und das zweite Mal zugunsten des Trauervereins. "Man lernt viele Menschen kennen und seitdem verbinde ich sportliche Herausforderung mit Herzensprojekten", so Breitkopf.
Bis zum 7. Januar können Unterstützer noch online spenden - aktuell liegt die Summe bei mehr als 12.000 Euro.
Titelfoto: Bildmontage: Petra Hornig (2)

