Dresden - Die Uhr tickt: Nachdem die "Freie Familie" Rednik aus Dresden-Leuben ihr zwangsgeräumtes Zuhause nicht wie gefordert zurückbekommen hat, befindet sich Vater Michael (57) im selbsterklärten trockenen Hungerstreik. Das Ordnungsamt will die Eltern nun einem Psycho-Check unterziehen.
Seit Montag, 10 Uhr, isst und trinkt Familienvater Michael Rednik jetzt nichts mehr. "Das Sprechen strengt ihn an, weil der Mund auch immer trockener wird. Dazu kommt nun auch die Kälte und der Wind …", erklärt Annette (51) die Lage ihres geschwächten Ehemanns. Nach drei Tagen droht Lebensgefahr.
Elf Wochen kampiert die Familie schon in Leuben auf der Straße, unweit ihres ehemaligen Wohnhauses, aus dem sie zwangsgeräumt wurde - eine Notunterkunft lehnt sie ab, ihr Auto bietet nur begrenzt Schutz.
Ihr Protest alarmiert die Behörden der Stadt: Vom Ordnungsamt wurden die Eltern zu einer Anhörung vorgeladen. Laut dem Brief, der TAG24 vorliegt, vermutet das Amt bei den Eltern eine psychische Erkrankung.
Ein Arzt soll dies prüfen. Aber die Redniks wollen nicht erscheinen. "Wie soll mein Mann das in seinem Zustand auch wahrnehmen können?", fragt sich Annette, "dann würden wir ja auch unserer Sorgfaltspflicht nicht nachkommen."
Das Wohl von Tochter Zarina wird zur Chefsache im Rathaus
Denn: Die Obdachlosigkeit der Familie ruft auch das Jugendamt auf den Plan. Das Kindeswohl von Tochter Zarina (10) steht zur Debatte und entwickelt sich zur Chefsache im Rathaus.
Erster Bürgermeister Jan Donhauser (57) findet deutliche Worte: "Sollten die Voraussetzungen für eine Inobhutnahme vorliegen, werden wir diese auch vollziehen." Die Familie sieht jedoch die Stadt in der Schuld, da sie Zarina als Waffe benutzen würden und sie ihres Zuhauses beraubt hätten.
"Diese Woche muss aber endlich was passieren", meinen die erwachsenen Rednik-Töchter unisono. Bis dahin wird die Familie auf der Straße ausharren. Die Nachttemperaturen in den kommenden Tagen liegen unter null.