Zoff um Marienbrücke: Spur-Pläne von Verkehrsbürgermeister Kühn gestoppt

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Dresden - Zankapfel Marienbrücke: Verkehrsbürgermeister Stephan Kühn (46, Grüne) wollte das Straßenbahngleis für Autos Richtung Innenstadt sperren lassen, um den ÖPNV zu beschleunigen. Jetzt ist klar: Daraus wird nichts, die Spur bleibt offen.

Im vergangenen Frühjahr wurde die ÖPNV-Spur für Autofahrer gesperrt. Die Folge: lange Staus bis in die Neustadt.
Im vergangenen Frühjahr wurde die ÖPNV-Spur für Autofahrer gesperrt. Die Folge: lange Staus bis in die Neustadt.  © Thomas Türpe

Eine Mehrheit im Rat hatte sich bereits vergangenes Frühjahr gegen Kühns Plan ausgesprochen. Auf Bitten der Räte hatte OB Dirk Hilbert (54, FDP) den Fall vergangenes Jahr zur Chefsache gemacht, ließ die Verkehrsströme lange prüfen.

Ergebnis: "In den Zeiträumen, in denen das Straßenbahngleis abmarkiert war, kam es auf Neustädter Seite immer wieder zu Staus auf Kreuzungen bis hin zum Schlesischen Platz in Richtung Albertplatz", teilt Stadtsprecher Daniel Heine (41) mit.

Dazu habe die Polizei Bedenken geäußert. Konkret führe demnach ein Überstauen von Verkehrsknotenpunkten aufgrund damit einhergehender unübersichtlicher Verkehrssituationen zu erheblichen Sicherheitsrisiken, insbesondere für Fußgänger und Radfahrer.

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"In Abwägung aller vorliegenden Argumente wird daher die Abmarkierung derzeit nicht weiter verfolgt", so Heine.

Der Plan von Verkehrsbürgermeister Stephan Kühn (46, Grüne), die ÖPNV-Spur auf der Marienbrücke für Autofahrer sperren zu lassen, scheiterte.
Der Plan von Verkehrsbürgermeister Stephan Kühn (46, Grüne), die ÖPNV-Spur auf der Marienbrücke für Autofahrer sperren zu lassen, scheiterte.  © Norbert Neumann
SPD-Verkehrsexperte Stefan Engel (33) kritisiert die Entscheidung. Dresden brauche einen schnelleren ÖPNV.
SPD-Verkehrsexperte Stefan Engel (33) kritisiert die Entscheidung. Dresden brauche einen schnelleren ÖPNV.  © Thomas Türpe

SPD kritisiert die Entscheidung als "verkehrspolitisch falsch"

Kein seltener Anblick: Auf der Marienbrücke gerät der ÖPNV immer wieder in den Stau.
Kein seltener Anblick: Auf der Marienbrücke gerät der ÖPNV immer wieder in den Stau.  © Steffen Füssel

"Die Marienbrücke wird nicht zur Dauerstaufalle und die Sicherheit alle Verkehrsteilnehmer nicht eingeschränkt", sagt CDU-Fraktionschefin Heike Ahnert (44).

"Gut, dass der OB endlich durchgreift. Besser, wenn er das nächste Mal schnell handelt und wir nicht erst lange dafür kämpfen müssen."

Die SPD kritisierte die Entscheidung als "verkehrspolitisch falsch". "Dresden braucht einen schnelleren und zuverlässigeren ÖPNV. Genau das hätte die Abmarkierung des Gleiskörpers auf der Marienbrücke erreicht", sagt Stadtrat Stefan Engel (33).

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"Wer Straßenbahnen beschleunigt, macht den ÖPNV wirtschaftlicher. Geringere Fahrzeiten sparen Umläufe, Fahrzeuge und Personaleinsatz. Das ist gerade in Zeiten knapper Haushalte entscheidend." Leidtragende seien Beschäftigte und Kundschaft der DVB.

Titelfoto: Bildmontage: Steffen Füssel /Norbert Neumann

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