Wackerbarth-Agave will nur einmal blühen, bevor sie stirbt

Radebeul - Schloss Wackerbarth ist für seine Weinreben bekannt. Doch dieser Tage sticht eine besondere Pflanze im Garten ins Auge: Eine 35 Jahre alte Agave streckt ihren etwa vier Meter hohen Blütenstand zu den Radebeuler Weinbergen empor. Das Besondere: Das passiert in den hiesigen Klimagefilden so gut wie nie.

Gärtnerin Brigitte Münch (41) ist gespannt, wie sich die Agave in den nächsten Wochen entwickeln wird: "Wie der 'Todes-Prozess' ablaufen wird, wissen wir noch nicht, da es auch für uns das erste Mal ist."  © Norbert Neumann

Beheimatet ist das Sukkulenten-Gewächs eigentlich rund um Mexiko. "Bei unserem gemäßigten Klima ist es also eher selten, dass eine Blüte entsteht. Wenn überhaupt, nach 30 bis 50 Jahren", erklärt Wackerbarth-Sprecher Martin Junge (41).

In der barocken Schlossanlage lebt die Agave nun schon seit 15 Jahren: "Mitgebracht hatte sie unser damaliger Weinbauleiter."

Eine, die sich seit der ersten Stunde um die Pflanze kümmert, ist Gärtnerin Brigitte Münch (41): "Das gesamte Team pflegt sie natürlich. Viel braucht sie nicht: Je nach Wetter wird sie gegossen und über den Winter eingelagert."

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Doch auch das Elbtal-Klima könnte Einfluss gehabt haben: "Mit rund 1900 Sonnenstunden pro Jahr gibt es hier etwa 130 Sonnenstunden mehr als im Bundesdurchschnitt", so Sprecher Junge.

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Zum 190. Sektjubiläum: Gelbe Pracht mit bis zu 9000 Einzelblüten

Auch niedrigere Temperaturen könnten in den kommenden Wochen dem Blütenstand nichts mehr anhaben.  © Norbert Neumann

Das große Finale vermutet Gärtnerin Münch dann Ende Juni oder Anfang Juli. Bis dahin kann der Blütenstand noch bis zu zehn Meter erreichen: "Dann ist eine gelbe Blütenpracht mit bis zu 9000 Einzelblüten zu sehen." Dieses Spektakel hält etwa vier Wochen an.

Doch das Schicksal der Pflanze findet anschließend ein morbides Ende: "Sie steckt gerade all ihre Kraft in den Blütenstand und geht dann ein", erklärt der Wackerbarth-Sprecher.

Dass die Sukkulente sich ihre Blüte ausgerechnet für das 190. Sektjubiläum bereitgehalten hat, rührt die Verantwortlichen: "Wir freuen uns sehr. Immerhin steht die Agavenblüte als Zeichen des Glücks ..."

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