Nach Anschlag in Berlin: Dresdner CSD für schärfere Gesetze

Dresden - Der Terroranschlag auf den Berliner CSD erschüttert die queere Szene. In Dresden fordert CSD-Chef Ronald Zenker (53) jetzt eine härtere Gangart gegen Gefährder. Denn auch den Messerangriff auf ein schwules Paar in Dresden im Jahr 2020 verübte ein den Sicherheitsbehörden bekannter Islamist.

Ronald Zenker (53) vom CSD Dresden fordert, Gefährder genauer im Blick zu behalten.  © Bildmontage: csd-dresden

Zenker war am Samstag selbst beim CSD in Berlin, doch gegen 22 Uhr war die Feierlaune vorbei. "Das Bühnenprogramm wurde abgebrochen, wir sollten das Gelände verlassen", berichtet er.

"Im Sekundentakt sind Feuerwehr- und Polizeiwagen vorbeigefahren. Da war klar, dass etwas Dramatisches passiert sein musste."

Wenig später die Gewissheit: Terrorist Abdul Ballout (†21) soll erst mit einem Transporter in die Menschenmenge gefahren sein und danach Passanten mit einer Machete angegriffen haben. Und das, obwohl er den Behörden als islamistischer Gefährder bekannt war.

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"Genau wie in Dresden vor sechs Jahren galt der Täter als gefährlich und wurde zeitweise observiert. Aber offenbar nicht genug", sagt der Dresdner CSD-Chef. "Gefährder sollten engmaschiger überwacht werden. Dafür sollten Gesetze entweder verschärft oder entsprechend umgesetzt werden."

Dass Abdul Ballout wegen Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat zuletzt nur auf Bewährung verurteilt wurde? Für Zenker unverständlich.

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Der Anschlag auf den Berliner CSD beschäftigt auch Dresden.  © Thomas Türpe

Dresdner CSD 2027 findet laut Zenker wie gewohnt statt

Stadtrat Johannes Schwenk (34, CDU) sieht es ähnlich. "Eine härtere Gangart gegenüber islamistischen und generell extremistischen Gefährdern ist notwendig." Es brauche konsequentere Haftstrafen, eine Reform des Jugendstrafrechts. "Und eine engmaschige Überwachung nach der Haft, auch mit elektronischer Fußfessel."

Ronald Zenker verspricht derweil, dass die LGBTQ-Gemeinschaft in Dresden sichtbar bleibt. Der nächste Dresdner CSD werde 2027 wie gewohnt stattfinden. Noch dazu ist geplant, die größere Europride 2029 in Dresden auszutragen - natürlich mit einem ausgeklügelten Sicherheitskonzept …

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