Nach Großbrand im Industriegelände: Künstler dürfen zurück, doch die Linke stänkert

Dresden - Fünf Monate nach dem Großbrand im Industriegelände dürfen weitere Künstler in ihre Proberäume zurückkehren. Indes erheben die Linken schwere Vorwürfe gegen OB Dirk Hilbert (51, FDP). Sie werfen ihm vor, eines seiner Wahlversprechen gebrochen zu haben.

Am 24. Juni kämpften mehr als 100 Floriansjünger gegen ein Großfeuer im Industriegelände an.
Am 24. Juni kämpften mehr als 100 Floriansjünger gegen ein Großfeuer im Industriegelände an.  © Roland Halkasch

Zwischen der Katastrophe im Juni und dem entscheidenden Urnengang nur wenige Tage später hatte Hilbert erklärt, er werde sich für "pragmatische und schnelle Lösungen" starkmachen.

Wie die Partei nun erfahren haben will, ist die Verwaltung bisher finanziell nicht aktiv geworden.

Es gäbe aber den Vorschlag, "sich aus Haushaltsmitteln für Kultur- und Nachbarschaftszentren bedienen zu wollen".

Im Techno-Club "Sektor Evolution" zieht wieder Leben ein

Im Club "Sektor Evolution" wird nach dem Großbrand im Juni bereits wieder gearbeitet.
Im Club "Sektor Evolution" wird nach dem Großbrand im Juni bereits wieder gearbeitet.  © Steffen Füssel
Linken-Stadträtin Anja Apel wirft dem OB vor, ein Wahlversprechen gebrochen zu haben.
Linken-Stadträtin Anja Apel wirft dem OB vor, ein Wahlversprechen gebrochen zu haben.  © Steffen Füssel
Die Jungs von "Alice Roger" dürfen auch zurückkehren. Zuvor will die Band zu ihrem 10. Geburtstag in einem Tonstudio eine neue Platte aufnehmen.
Die Jungs von "Alice Roger" dürfen auch zurückkehren. Zuvor will die Band zu ihrem 10. Geburtstag in einem Tonstudio eine neue Platte aufnehmen.  © PR/Elisa Robock

Eine Stadtsprecherin bestätigte:

"Im Entwurf des nächsten Doppeletats sind jeweils 250.000 Euro zum Erhalt und der Errichtung von Kultur- und Nachbarschaftszentren vorgesehen."

Dem Vorwurf der Linken begegnete sie damit, dass dem Verein "Mukke hilft" aus Stadtbezirksmitteln rund 11.000 Euro zur Verfügung gestellt worden seien.

Dresden: 150 Jahre Melitta Bentz: Wie eine Dresdner Erfinderin die Kaffee-Kultur veränderte
Dresden 150 Jahre Melitta Bentz: Wie eine Dresdner Erfinderin die Kaffee-Kultur veränderte

Er sammelt Schadensmeldungen von Künstlern, die bislang im Industriegelände probten.

Auch Band "Alice Roger" probt wieder

Der Sänger von "Alice Roger", Friedemann Spindler (36), vor der ausgebrannten Halle.
Der Sänger von "Alice Roger", Friedemann Spindler (36), vor der ausgebrannten Halle.  © Norbert Neumann

Zu ihnen gehört die Band "Alice Roger". Bei den Löscharbeiten wurden unter anderem Verstärker und eine Gitarre in Mitleidenschaft gezogen.

"Es ist sehr viel Wasser durchs Gebäude gelaufen", erinnert sich Sänger Friedemann Spindler (36). "Trotzdem sind wir mit einem blauen Auge davongekommen."

Sobald es die Zeit erlaubt, soll der Raum, den die Jungs laut ihres Vermieters nun wieder beziehen können, im Zuge eines Arbeitseinsatzes auf Zack gebracht werden.

Simon Grothe (45) ist da schon einen Schritt weiter. Der Betreiber des Clubs "Sektor Evolution" darf seit September wieder Gäste begrüßen.

"Ich möchte mich für die geniale Rettungsaktion unseres Clubs nochmals bedanken."

Titelfoto: Montage: Roland Halkasch, Steffen Füssel, PR/Elisa Robock

Mehr zum Thema Dresden: