Neuer Plan für unsere Kitas: Vor der Bildung kommt in Sachsen die Erziehung

Dresden - Sachsen setzt in der Debatte um frühkindliche Bildung neue Akzente. Bei einem Fachkongress in Dresden wurde am Mittwoch ein neuer "Erziehungs- und Bildungsplan" vorgestellt.

Kultusminister Conrad Clemens (43, CDU, l.) und Ministerpräsident Michael Kretschmer (51, CDU) begrüßen Teilnehmer des Kongresses.  © Robert Michael/dpa

Dass der Freistaat Erziehung an erste Stelle setzt, stellte Kultusminister Conrad Clemens (43) auf dem Fachtreffen unmissverständlich klar. "Bildung ist ein Prozess, der auf Erziehung aufbaut", erklärte der CDU-Politiker.

Um in der frühkindlichen Bildung noch mehr zu erreichen, seien eine verpflichtende Untersuchung Vierjähriger und ein Plan für gezieltere Förderung notwendig.

Clemens verwies dabei auf die veränderten Gegebenheiten. "Wenn mehr als ein Drittel der Vorschüler nicht über altersentsprechende Kompetenzen in Deutsch verfügt, so ist das nur die Spitze des Eisbergs. Es gibt Auffälligkeiten in so ziemlich allen Bereichen und deshalb setzen wir auf verbindliche Erziehungs- und Bildungsziele."

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Kooperation statt Streit - Erziehung kommt in Sachsen vor Bildung.  © picture alliance/dpa/dpa-Zentral

Der Erziehungs- und Bildungsplan soll 2027 in Kraft treten

In einer Leipziger Kita werden Kleinkinder an Bücher herangeführt. Aus Bildern werden später Buchstaben - so kann das Lesen-Lernen erleichtert werden.  © picture alliance / dpa

Sachsens neuer Erziehungs- und Bildungsplan, der 2027 in Kraft treten soll, ist als Grundlage für die pädagogische Arbeit in Kitas evaluiert und fortgeschrieben worden.

Insgesamt seien dabei über 6500 Personen eingebunden gewesen, so Clemens. Er umfasse neben Anregungen zur pädagogischen Praxis auch Aspekte der Partizipation, Demokratiebildung und Inklusion sowie den "reflektierten Umgang" mit digitalen Medien.

Ministerpräsident Michael Kretschmer (51, CDU) verwies auf dem Kongress auf Sachsens finanzpolitische Verantwortung für die frühkindliche Bildung.

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"Kitas brauchen eine verlässliche und auskömmlichere Finanzierung sowie eine starke Partnerschaft mit unseren Kommunen, die diese wichtige Aufgabe tagtäglich tragen", so der Regierungs-Chef.

Burkhard Naumann, Landes-Chef der Bildungsgewerkschaft GEW, begrüßte das politische Ansinnen. Warnte aber: "Der neue Bildungsplan schafft einen guten Qualitätsrahmen, läuft ohne eine stärkere Finanzierung aber ins Leere."

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