1000 Haushalte profitieren: Riesige Wärmepumpe heizt jetzt der Friedrichstadt ein

Dresden - Dieses Pilotprojekt ist ein Puzzle-Teil auf Dresdens Weg zur Dekarbonisierung: In der Friedrichstadt wurde jetzt ein Teil des Fernwärmenetzes digitalisiert und mit einer Großwärmepumpe in Betrieb genommen. Das ermöglicht eine bedarfsgerechte Einspeisung erneuerbarer Wärme in das Quartier rund um die Behringstraße und spart Energie.

Wirtschaftsbürgermeister Jan Pratzka (53, CDU, r.) und SachsenEnergie-Vorstand Axel Cunow (47) an der Großwärmepumpe in der Friedrichstadt.  © Eric Münch

Die Großwärmepumpe vor Ort zieht sich Außenluft, wandelt letztlich Umweltwärme in Fernwärme um und speist diese in ein separates lokales Netz ein.

An diesem hängen rund 1000 Haushalte (etwa Berliner Straße und Schäferstraße). Diese werden für gewöhnlich - wie rund 45 Prozent der Stadt - mittels Fernwärme versorgt, wo also Warmwasser mit fossilem Gas erhitzt wird.

Dank der Wärmepumpe kann das Quartier künftig auch dezentral und umweltfreundlich mit Wärme versorgt werden. Ein Speicher vor Ort sorgt dafür, dass die erzeugte Wärme flexibel und effizient genutzt werden kann.

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Hinzu kommt, dass durch die Digitalisierung des Netzes der genaue Bedarf jeder Wohnung erfasst wird, was ebenfalls Energie spart. Denn bislang wird mehr Wärme als benötigt ins Netz eingespeist, was künftig überflüssig wird.

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Rund 1000 Haushalte werden durch das neue Pilotprojekt nachhaltiger als bisher mit Wärme versorgt.  © Eric Münch

SachsenEnergie setzt das Projekt als Partner um

Was geht rein, was geht raus: Die Digitalisierung des Fernwärmenetzes macht die Energieversorgung effizienter, wie SachsenEnergie-Projektleiter Felix Fischer (35) erklärt.  © Eric Münch

"Erst durch die intelligente Nutzung von Daten wird eine wirklich bedarfsgerechte und effiziente Steuerung der Wärmeversorgung möglich", sagt Wirtschaftsbürgermeister Jan Pratzka (54, CDU).

SachsenEnergie setzt das Projekt als Partner um. "Nur mit solchen dezentralen Anlagen wie dieser wird es uns gelingen, Schritt für Schritt das Dresdner Fernwärmenetz zu ergrünen", sagt SachsenEnergie-Vorstand Axel Cunow (47).

"Wir werden das hinbekommen mit der Dekarbonisierung der Dresdner Fernwärme, müssen dabei aber immer Versorgungssicherheit und Bezahlbarkeit im Blick behalten."

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Die Kosten betragen rund 1,4 Millionen Euro. Der Konzern plant, in den kommenden Jahren das gesamte Netz zu digitalisieren. Für die Verbraucher ändert sich in der Praxis dadurch nichts: Einen Unterschied an der Heizung oder auf der Rechnung dürfte es nicht geben.

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