65 Prozent! So stark kletterten die Mieten in Dresden in den vergangenen Jahren
Dresden - Wohnen in Dresden hat sich in den vergangenen 15 Jahren erheblich verteuert. Das zeigen aktuelle Zahlen der Verwaltung. Insbesondere für nach 1990 errichtete Wohnungen in der Landeshauptstadt müssen Mieter inzwischen deutlich tiefer in die Tasche greifen.
Alles in Kürze
- Mieten in Dresden stiegen um 65 Prozent
- Durchschnittliche Nettokaltmiete pro Quadratmeter beträgt 9,08 Euro
- Bevölkerung in Dresden wuchs um 60.000 Einwohner seit 2010
- Leerstand ist auf niedrigem Niveau, Baukosten steigen
- Stadt will mit gefördertem Neubau und Mietpreisbindung gegensteuern

Das geht aus der Antwort auf eine Anfrage von Stadtrat André Schollbach (46, Linke) hervor. Demnach stieg die durchschnittliche Nettokaltmiete pro Quadratmeter für Bestandsmieten (alle bestehenden Mietverträge) von 5,91 Euro im Jahr 2010 auf 9,08 Euro im Jahr 2024 - ein Plus von 53,6 Prozent.
Noch drastischer fiel der Zuwachs bei den Angebotsmieten (Wohnungsinserate für Neuvermietungen) aus: Sie kletterten von 6,62 Euro pro Quadratmeter im Jahr 2012 auf 10,96 Euro - ein Anstieg um satte 65,6 Prozent.
Die Gründe für diesen Preisgalopp sind nach Einschätzung des Rathauses vielschichtig: Seit 2010 wuchs Dresden um gut 60.000 Einwohner. Hinzu kamen steigende Baukosten, die zu höheren Mieten im Neubau führten. Auch der Leerstand befindet sich auf einem vergleichsweise niedrigen Niveau.
Die Entwicklung hat laut Sozialamt gesellschaftliche Folgen: Viele Haushalte verharren in zu kleinen Wohnungen, andere werden ins Umland verdrängt.
Besonders stark stiegen die Kaltmieten in der Altstadt (plus 68 Prozent), gefolgt von Leipziger Vorstadt und Pieschen (plus 51 Prozent). Am geringsten fiel der Anstieg in Prohlis aus (30 Prozent). Als Gegenmittel möchte die Stadt vor allem auf geförderten Neubau sowie Modernisierungen mit Mietpreisbindung setzen.
Titelfoto: Steffen Füssel