Drei Rathaus-Chefs weniger: Diese Dresdner Bürgermeister haben ab sofort keinen Job

Dresden - Da waren's nur noch vier! Mit Peter Lames (58, SPD), Eva Jähnigen (56, Grüne) und Detlef Sittel (55, CDU) haben drei der insgesamt sieben Dresdner Fachbürgermeister ab sofort keinen Job mehr. Ihre Amtszeiten liefen aus, nachdem die Wahl der Bürgermeister durch den Stadtrat am 12. September gescheitert war.

Im Dresdner Rathaus gehen nur noch vier von einst sieben Bürgermeistern ihrer Arbeit nach.
Im Dresdner Rathaus gehen nur noch vier von einst sieben Bürgermeistern ihrer Arbeit nach.  © velishchuk/123rf

Die Geschäftsbereiche Finanzen, Personal und Recht (Lames), Umwelt und Kommunalwirtschaft (Jähnigen) sowie Ordnung und Sicherheit (Sittel) sind damit seit dem heutigen Montag ohne Chef.

Diese Aufgabe müssen die verbliebenen Bürgermeister nun ebenso übernehmen wie die Leitung der Ausschüsse. Sollte der zweite Anlauf zur Bürgermeisterwahl am Donnerstag erneut scheitern, wird das eine personelle Herausforderung.

Ende des Monats endet auch die Amtszeit von Kristin Kaufmann (45, Linke), die für den Geschäftsbereich Arbeit, Soziales, Gesundheit und Wohnen verantwortlich ist.

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Sollte bis Ende Oktober keine Einigung erzielt sein, ist auch der Geschäftsbereich Kultur und Tourismus ohne Chefin. Dann endet die Amtszeit von Annekatrin Klepsch (45, Linke).

Damit bliebe alles an Bildungsbürgermeister Jan Donhauser (53, CDU) und Baubürgermeister Stephan Kühn (42, Grüne) hängen.

Hängepartie für Dresdens bisherige Umweltbürgermeisterin Eva Jähnigen (56, Grüne): Ihre mögliche Wiederernennung steht noch aus.
Hängepartie für Dresdens bisherige Umweltbürgermeisterin Eva Jähnigen (56, Grüne): Ihre mögliche Wiederernennung steht noch aus.  © Sebastian Kahnert/dpa
Finanzbürgermeister Peter Lames (58, SPD) wurde zwar vom Stadtrat gewählt, aber vom OB verschmäht.
Finanzbürgermeister Peter Lames (58, SPD) wurde zwar vom Stadtrat gewählt, aber vom OB verschmäht.  © Norbert Neumann

Dresdner Ex-Bürgermeister bekommen noch Übergangsgehalt

Detlef Sittel (55, CDU) wurde von der eigenen Partei nicht mehr für die Wahl zum Ordnungsbürgermeister nominiert.
Detlef Sittel (55, CDU) wurde von der eigenen Partei nicht mehr für die Wahl zum Ordnungsbürgermeister nominiert.  © Thomas Türpe

Zum Arbeitsamt müssen die ausgeschiedenen Beigeordneten aber erst mal nicht. Je nach Alter und Dienstjahren erhalten die Ex-Bürgermeister entweder bis zu sechs Monaten ein Übergangsgeld, oder sie gehen in den Ruhestand und bekommen ein sogenanntes Ruhegehalt. Letzteres ist beispielsweise bei Peter Lames der Fall.

Von dem Gezerre zwischen CDU, Grünen, SPD, Linken, FDP und dem Oberbürgermeister um den Zuschnitt der Geschäftsbereiche und die personelle Besetzung der Posten sind nicht nur die Bürgermeister selbst betroffen, sondern teilweise auch ihre Referenten. Je nach Vertrag müssen diese sich nun auch neue Jobs suchen.

Das ist beispielsweise bei Jähnigens Referenten Till Käbsch der Fall, wie dieser bei Twitter öffentlich machte.

Titelfoto: velishchuk/123rf, Thomas Türpe, Norbert Neumann und Sebastian Kahnert/dpa

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