Dresdner Brunnen-Zoff schäumt über: Jetzt schlägt die Bürgermeisterin zurück
Dresden - Weil es wie schon im Vorjahr Ärger um Dresdens Brunnen gibt, soll OB Dirk Hilbert (54, FDP) der Umweltbürgermeisterin die Verantwortung dafür entziehen, fordert Team Zastrow. Jetzt schießt Eva Jähnigen (60, Grüne) gegen ihre Kritiker zurück.
TZ-Fraktions-Chef Holger Zastrow (57) hatte moniert, dass die Verwaltung viel Geld investiere, um Brunnen zu sanieren, teures Pop-up-Grün und neue Nebelduschen gegen die Überhitzung aufstelle, dann aber angeblich Geld für den Brunnenbetrieb fehle. Darum solle Hilbert die Zuständigkeiten innerhalb der Verwaltung ändern.
"Herrn Zastrows Vorschlag fehlt leider der Realitätsbezug", wehrt sich Jähnigen. "Die Haushaltslage der Stadt einerseits und die Unterfinanzierung des Brunnenbetriebes mit zunehmenden Instandhaltungsproblemen und Reparaturbedarf andererseits verändert sich durch andere Verwaltungszuständigkeiten nicht."
Notwendig sei es, den zuständigen Bereich finanziell besser auszustatten und zuallererst einmal einen Nachtragshaushalt zu beschließen, um die geltende Haushaltssperre zu beenden.
Diese bewirkt, dass von den eingestellten Geldern für die Brunnensaison (maximal 350.000 Euro) aktuell nur die Hälfte fließen kann. Laut Jähnigen koste der reine Saisonbetrieb 300.000 Euro.
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Jähnigen verteidigt Nebelduschen
Mit Instandhaltungen würden laut Pressestelle zwischen 390.000 und 700.000 Euro benötigt. "Mit diesem Budget sollten Anlagen von April bis Oktober laufen, Beschädigungen und Vandalismus schnell behoben und Verschleißteile zeitnah ausgetauscht werden können", erklärt ein Sprecher.
Jähnigen: "Dass Herr Zastrow behauptet, ich hätte im März verkündet, ein 'Normalbetrieb' der Brunnen wäre möglich, entspricht nicht der Wahrheit."
Außerdem verteidigt sie die beiden Nebelduschen (mobile Trinkwasserbrunnen mit Nebeldüsen), die im Rahmen eines Pilotprojekts an Seestraße (Altstadt) und Jorge-Gomondai-Platz (Neustadt) getestet und am Dienstag eingeweiht werden. Die Kosten belaufen sich auf rund 29.000 Euro.
"Wie Herr Zastrow als langjähriges Stadtratsmitglied weiß, werden Projekte dieser Art aus anderen Töpfen finanziert und sind keine dauerhafte Aufgabe wie die Brunnen", so Jähnigen. "Die Einrichtung der Nebeldüsen erfolgte auf starken Wunsch und mit großer finanzieller Beteiligung der Stadtbezirke Alt- und Neustadt - nur so wurde dies möglich und ich bin dankbar dafür", sagt die Umweltbürgermeisterin.
Von 71 städtischen Brunnen sprudelten laut Verwaltung am Montag 46 Stück. Vergangenen Donnerstag waren es erst zehn gewesen. Hinzu kommen noch elf laufende Trinkbrunnen.
Titelfoto: Bildmontage: Eric Münch, Steffen Füssel, Holm Helis

